24.11.2017

Über Smart Traffic und Smart City – und über Selbstdenken!

Intelligente Verkehrssteuerung bringt die Zukunft in die Stadt: Smarte Ampelsteuerung, smarte Infrastruktur und jetzt auch smarte Verkehrsschilder – Smart Signs eben. Lyon testet in einem Pilotversuch jetzt solche Schilder. Was die können und was ein Bus ohne Fahrer und dennoch mit viel Grips damit zu tun hat, erfahren Sie hier.

Wie sieht die Zukunft der urbanen Mobilität aus? Intelligente Ampeln registrieren autonom den Verkehr und adaptieren sich entsprechend dem Verkehrsaufkommen. Intelligente Parkleitsysteme reduzieren die Zahl der Verkehrsunfälle und machen das Einkaufen in der City zu einem Kinderspiel. Ergebnis: weniger Umweltbelastungen, weniger Stress, mehr zufriedene Besucher, Touristen und Einheimische. Was nach einer Utopie aus einem Science-Fiction-Roman klingt, wird (teilweise) in Frankreich Wirklichkeit: Lyon testet aktuell 15 Smart Signs – und erntet damit nicht nur Lob.

Smart Signs – was sie können

Eigentlich klingt es wie das einfachste Werkzeug der Moderne: ein Verkehrsschild, das sich dem aktuellen Verkehrsaufkommen anpasst und dazu beiträgt, dass der Verkehr intelligent geleitet fließen kann. Kurzfristige Umwege der Autos nehmen Druck vom Kessel der Innenstädte und lassen die Mobilität gleiten. Doch intelligente Verkehrsschilder können noch mehr: Sie zeigen den Weg zu aktuellen Events, geben im Notfall wichtige Informationen oder Auskunft, wo noch freie Parkplätze zu finden sind. Sie können einen Beitrag dazu leisten, dass eine Stadt an den richtigen Stellen die richtigen Schrauben der Infrastruktur dreht. Was sie allerdings nicht können: uns das Denken abnehmen. Immer wieder verfolgen wir interessiert Diskussionen, die uns die segensreichen Preisungen einer digitalen Moderne näherbringen möchten. Doch: Denken müssen wir selbst! Wer sich auf Smart Signs verlässt, könnte bald verlassen sein. Denn egal welches Schild wir in unseren Kommunen aufstellen: Es kann nur so gut sein wie der Verstand des Lesers – und nur so intuitiv, wie die Erfinder es haben können und wollen. Das gilt umso mehr für unsere Massenmobilität.

Smart Mobility – autonome Busse und autonomes Denken

Immer wieder führen wir Diskussionen um autonome Fahrzeuge und die Zukunft der Mobilität. Als ob selbst fahrende Autos oder Busse, wie sie jetzt testweise im Landkreis Rottal-Inn (Bayern) eingesetzt werden, die Antwort auf die Frage nach einer qualitativ besseren Mobilität wären. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Gänze, bei gleichzeitiger Reduktion des Individualverkehrs, muss die Antwort auf die Frage nach Zukunft sein. Smarte Citys bedeuten nicht, dass sie von smarten Menschen regiert werden. Bevor Sie also die scheinbaren Errungenschaften der digitalen Moderne nutzen, nutzen Sie vor allen Dingen das komplizierteste Schaltorgan der Moderne: unseren Geist!

Quellen:
https://kommunal.de/artikel/erster-autonomer-bus
https://kommunal.de/artikel/das-verkehrsschild-der-zukunft

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)