22.04.2022

Städte rüsten sich für immer mehr ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine Ende Februar kommen in Deutschland immer mehr Flüchtlinge an. Wie viele andere Städte auch bereitet sich München auf die Wellen vor und schafft Unterbringungsmöglichkeiten für die „Gestrandeten“. So wurden Mitte März über 2.300 Bettplätze in der Messe München eingerichtet. Die Plätze wurden durch die Messe München, die Freiwillige Feuerwehr und das THW in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden der Stadt München als Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine aufgebaut.

Das Münchner Rathaus

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat die Messe besucht, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Er zeigte sich beeindruckt, was da in kürzester Zeit geleistet wurde, und bedankte sich bei allen Beteiligten, allen voran bei der Messe München und deren Dienstleistern, den Freiwilligen Feuerwehren der Landkreise, der Freiwilligen Feuerwehr München, dem THW und der Firma Aicher, die vor Ort auf Corona testet und die akute medizinische Betreuung übernimmt. Die in den beiden Messehallen bereitgestellten Bettplätze können auf 4.000 erhöht werden. Insgesamt hat die Stadt München Mitte März über 6.000 Bettplätze in Notunterkünften und Hotels organisiert, unterstützt von Hilfsorganisationen und freiwilligen Helfern. Sie versorgen die Flüchtlinge mit den notwendigsten Dingen wie Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

Oberbürgermeister Reiter zeigte sich beeindruckt von der Leistung und verdeutlichte, dass die momentanen Herausforderungen für die Städte weitaus größer sind als in 2015, da damals die Geflüchteten am Hauptbahnhof ankamen, dann aber relativ schnell in andere Gebiete in Bayern und Deutschland weitergeleitet wurden. Dieses Mal fehlen verlässliche Informationen, wie viele Menschen kommen, und es ist nicht steuerbar, wie viele Menschen in andere Regionen weiterreisen und wie viele wir selbst unterbringen müssen. Die Städte tragen momentan noch die Hauptlast an Organisation und Verteilung der Ankommenden am Bahnhof. Hier leisten die Kolleginnen und Kollegen der städtischen Verwaltung, der Berufsfeuerwehr München, des THW, der Bahn und des Nahverkehrs Immenses. Für OB Reiter zeigt dies, wie sehr die Stadt in Krisensituationen zusammenhält. Jetzt seien allerdings Bund und Land gefordert, die Ballungsräume zu unterstützen und möglichst rasch für eine nachhaltige und sinnvolle Verteilung der Menschen zu sorgen.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)