25.08.2022

Spurensuche – Tag des offenen Denkmals 2022

Am zweiten Sonntag im September ist es wieder so weit: Dann treffen sich alle Denkmalschützer zur bundesweiten Eröffnung des Tags des offenen Denkmals in Leipzig. Den Startschuss bildet die große Eröffnungsfeier, die jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet. Am 11. September eröffnet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nun gemeinsam mit der Stadt Leipzig „Deutschlands größtes Kulturevent“. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich für Leipzig entschieden, da diese Stadt seit der Öffnung der innerdeutschen Grenze vorbildhafte denkmalpflegerische Arbeit geleistet hat und eine Stadt mit einem besonderen historischen Wert ist.

Rotes Rathaus Berlin

Leipzig ist ein anerkanntes Beispiel für die gleichermaßen behutsame wie zukunftsfähige Weiterentwicklung historischer Anlagen und Stadtstrukturen und damit gleichermaßen „Prosperierende Großstadt und saniertes Stadtdenkmal“. In Leipzig sei es gelungen, bauliche Historie und zukunftsfähige Entwicklungen zu vereinbaren – dieses Zusammenspiel mache den Charme der Stadt aus. So treffe das altehrwürdige Rathaus auf Henselmanns Uniriesen, der bürgerliche Stadtteil Gohlis im Norden auf die Arbeiterviertel im Osten, der Johannapark auf Schrebergärten und unsanierte Fabrikbauten auf die erfolgreiche Sanierungsgeschichte der Baumwollspinnerei.

Auch die Bundeshauptstadt begeht den Tag des offenen Denkmals am 10. und 11. September mit mehr als 300 Denkmalen und Touren in allen Bezirken. Unter dem Motto „Spurensuche. Unterwegs mit der Denkmalpflege“ lenkt die Stadt die Aufmerksamkeit darauf, dass ein scharfer Blick für Details und genaue Untersuchungen des Originals entscheidend sind, um ein Denkmal richtig zu verstehen und zu schützen. Den Berliner Tag des offenen Denkmals bestreiten ehrenamtlich viele Hundert Veranstalter, die die Gäste an den Entdeckungen in ihrem Denkmal teilhaben lassen.

Zum ersten Mal dabei sind zum Beispiel die frisch sanierte Gaststätte Eierhäuschen in Treptow und die Geowissenschaftlichen Sammlungen im ehemaligen Marstall auf dem Spandauer Kasernengelände an der Wilhelmstraße. In der Alten Mälzerei in Lichtenrade kann man ein Becherwerk entdecken und in der üppig ausgemalten Herz-Jesu-Kirche in Prenzlauer Berg das Werk der Restauratoren bewundern. Auf dem Flughafen Tempelhof werden Bodenmarkierungen entschlüsselt und im Martin-Niemöller-Haus in Dahlem erinnert ein geheimer Safe an die Gefahren, denen die Mitglieder der Bekennenden Kirche in der Nazizeit ausgesetzt waren. Die Waldsiedlung Zehlendorf und die Architektur der Nachkriegszeit in Ost- und Westberlin, Karl-Marx-Allee und Interbau sind im Programm vertreten als die neuen Vorschläge für die Welterbeliste der UNESCO. Zur Abschlussveranstaltung am 11. September in der Parochialkirche wird der Kampf um das Kulturerbe in der Ukraine diskutiert, wo auch in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals stattfinden soll.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)