21.08.2020

Sommer in der Stadt – am besten in Stadt mit Gewässer

Der Hochsommer ist mit voller Wucht bei uns angekommen. Da Fernreisen momentan nicht zu empfehlen sind, muss die Erholung auch im Nahen erfolgen. Dazu bietet sich ein sommerlicher Citytrip an, am besten in Wasserlage. Ob Entspannung auf dem Badeschiff auf der Berliner Spree, mit dem Stand-up-Paddel auf der Alster in Hamburg oder auf einem Grillboot auf der Elbe in Dresden – gerade jetzt sind die Flüsse und Seen auch in Städten beliebt, denn sie bieten die ersehnte Abkühlung bei gleichzeitigem Erlebnisfaktor.

Berlin Hunde See Badesaison

Berlin versteht es, sich von der coolen Seite zu zeigen. Am Spreeufer in Alt-Treptow beispielsweise liegt ein Badeschiff, ein mit Süßwasser befülltes Schwimmbad, das den traditionellen Flussschwimmbädern der Jahrhundertwende nachempfunden ist. Wer hier schwimmt, genießt einen Panoramablick auf die Spree, die Oberbaumbrücke und den Fernsehturm. Momentan ist wegen der Corona-bedingten Platzbeschränkung ein Badeschiff-Besuch nur mit einem vorab gebuchten Online-Ticket mit festgelegtem Zeitfenster möglich.

Nicht „Drive-in“, sondern „Ship-in“ bietet dagegen das Café Canale in Hamburg. Das kleine Lädchen mit Kultstatus liegt direkt am Mühlenkampkanal, einem schmalen Seitenarm der Außenalster, unweit der Hamburger Innenstadt. Hier kommen regelmäßig Kanufahrer, Ruderer und Stand-up-Paddler vorbei, die sich während ihrer Wassertour mit einem Heißgetränk, einem Eis oder Blechkuchen stärken. Vom schwimmenden Boot oder Brett aus aus gibt man seine Bestellung auf und kann sie dann direkt im Boot verzehren.

In Dresden lassen sich lange Grillabende auf dem Wasser buchen, mit einem „Grillboot“ auf der Elbe. Vom Elbufer aus, mitten in Dresdens City, können die runden Boote mit Tischgrill für bis zu zehn Personen gebucht werden. Das Grillgut bringt man selbst mit, sonstiges Zubehör wie Besteck, Geschirr, Soßen und Musikanlage werden zur Verfügung gestellt. Ein Skipper begleitet die jeweilige Grillfahrt, bei der die einmalige Kulisse Dresdens ebenso wie das kulinarische Erlebnis genossen wird.

Wassersportspektakel mitten in München ist schon lange kein Geheimtipp mehr, dennoch begeistert es Einheimische und Touristen gleichermaßen: Wellenreiten auf dem Eisbach. Am südlichen Ende des Englischen Gartens nahe beim Haus der Kunst wagen sich in den warmen Monaten Surfer mit ihren Brettern aufs Wasser, das aus einem Tunnel ins Bachbett schießt und sich durch eine darunter liegende Schwelle auftürmt. Da die Welle nicht ganz ungefährlich ist, gehen hier nur Profis an den Start. Alle anderen schauen den Wellenreitkünsten vom Ufer aus zu.

Natürlich darf auch eines beim städtischen Wasservergnügen nicht fehlen: die Strandbar, ob an der Isar in München, in Wien oder an der Kieler Förde. Mit einem kühlen Drink in der Hand und Wasserrauschen im Ohr kann man einfach die Seele baumeln lassen. Fast jede Stadt hat mittlerweile eine solche Sommerlokalität in Ufernähe zu bieten. In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel liegt der „Sandhafen“ direkt an der Kieler Förde. 2018 wurde sie auf einem Ponton an der Blücherbrücke erbaut; sie ist Deutschlands erste Beachbar, die komplett auf dem Wasser schwimmt. Der Gast geht auf dem weichen Sand zur Bar, wo vom Kaffee bis hin zu Gin-Variationen mit Kräutern leckere Drinks für jeden Geschmack serviert werden. Wechselnde DJs sorgen bei Sonnenuntergang für entspannte Musik.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)