24.09.2021

Solardächer für öffentliche Gebäude

Zur Erreichung der Klimaziele sind der Ausbau und die Nutzung von regenerativen Energien, besonders der Sonnenenergie, von großer Bedeutung. Auch der öffentliche Sektor, insbesondere die Kommunen, sind hierbei gefragt. Zahlreiche Kommunen schreiten seit Jahren mit Solaranlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude voran und sind damit Vorbild für andere. Dies scheint aber nicht genug zu sein. Um die hohen Ausbauziele des Klimaschutzgesetzes weitgehend flächendeckend zu erreichen, sind zusätzliche Förderungen für die erforderlichen Investitionen notwendig.

Fingerzeig

Besonders im Bereich der kommunalen Liegenschaften besteht ein großes Potenzial, das noch längst nicht ausgeschöpft ist. Neben den Verwaltungsgebäuden können Kitas, Sportstätten und der kommunale Wohnungsbestand mit Solardächern ausgestattet werden. Für den zeitnahen Ausbau mit Solardächern sind aber Finanzmittel notwendig, über die viele Städte und Orte nicht ausreichend verfügen. Denn nicht nur, aber auch besonders durch die Corona-Krise haben die Kommunen mittlerweile einen Investitionsrückstand von 149 Mrd. Euro.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) fordert daher ein 100.000-Solardächer-Programm des Bundes, um auch die öffentlichen Gebäude umfassend in den Klimaschutz einzubeziehen. Die Kommunen könnten damit Vorbild für private Eigenheimbesitzer, aber auch für die Wirtschaft sein, ihre Dächer mit Solaranlagen auszustatten. Ein derartiges Programm würde rund fünf Milliarden Euro über mehrere Jahre umfassen und würde gleichzeitig das Handwerk und die Wirtschaft der jeweiligen Region stärken.

Eine der ersten Maßnahmen einer neuen Bundesregierung sollte nach Ansicht des DStGB ein Klimaschutzbeschleunigungsgesetz sein, das folgende Punkte beinhalten sollte: schnellere, digitale Planungsvorhaben, den Verzicht auf die naturschutzrechtliche Ausgleichsregelung, wenn eine Maßnahme dem Klimaschutz dient, und wirksame Präklusionsvorschriften, damit nicht immer wieder neue Verfahren die Umsetzung verzögern. Zur wirksamen Förderung des Klimaschutzes fordert der DStGB zudem die Entbürokratisierung der Förderprogramme sowie entsprechender Regelungen in allen Bundesländern. Es müsse sichergestellt sein, dass Kommunen auf ihren Dächern Energie produzieren dürften, auch wenn dies den Energiebedarf im Gemeindegebiet übersteige.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)