29.06.2020

Pop-up-Stores für Innenstädte

Pop-up-Stores für Innenstädte Leerstand in Innenstädten ist immer wieder ein Problem. Denn durch Geschäftsaufgaben oder längere Restaurierungsprojekte stehen Läden oder ganze Gebäude zeitweise, auch über Jahre, leer. Wie deprimierend ungenutzte und innenstädtische Räume sein können, haben wir während des Lockdowns schmerzlich erfahren. Aber auch die ausfallenden Mieteinnahmen sind für die Eigentümer, seien es Privat- oder städtische Eigentümer, ein Problem. Um Leerstand zu vermeiden und die ungenutzten Zeiten zu überbücken, zeigen sich immer mehr Cities mit einer besonderen Lösung: den Pop-up-Stores. Das sind vorübergehende Nutzungen von einzelnen Räumen oder ganzen Gebäuden für Café, Geschäfte oder sogar Hotels.

Ladenöffnung Sonntag öffentliches Interesse

In Nürnberg hat die verordnete Schließung während der Corona-Pandemie beispielsweise den Betreiber der Szene-Location Hey Hey Bar, Harry Pelloth, dazu gebracht, seine Bar mit einer vorübergehenden alternativen Nutzung zum Gemüseladen umzufunktionieren. Das kreative Konzept: Die Hey Hey Bar ist jetzt ein Pop-Up-Store für frisches Gemüse aus der Region. Dafür kooperiert Harry Pelloth mit regionalen Gemüsebauern aus dem Nürnberger Land. Anstelle von Drinks und Cocktails bietet er nun frisches, hochwertiges Gemüse ohne Gentechnik, Schadstoffe und Plastikverpackung an. Um den Laden nicht zu überlasten, nutzt er den Außenbereich mit. Zwei bis drei Mal die Woche legen Live-DJs auch schon wieder Musik in den Räumen auf.

Sogar die Automobilbranche ist für Pop-up-Stores empfänglich. Mit „Porsche Now“ gibt es seit Kurzem den ersten deutschen Sales-Pop-up-Store von Porsche in Sindelfingen. Der Store entstand in Zusammenarbeit mit der Hahn-Gruppe. Dabei handelt es sich um einen Multimedia-Store für Porsche-Fans. Bis Ende des Jahres werden dort unterschiedliche Porsche-Modelle ausgestellt. Mit rund 170 Quadratmetern ist es natürlich ein ansehnlicher Laden, in dem Besucher unter anderem den Porsche Taycan als Teil des „E-Mobility“-Bereichs bestaunen können. Porsche-Fans können sich auch den eigenen Wunsch-Porsche live konfigurieren lassen und über Augmented-Reality-Technik beziehungsweise eine VR-Brille begutachten. Natürlich werden die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln berücksichtigt. Für 2020 sind an mehreren Standorten weltweit weitere „Porsche Now“-Stores geplant. Die Pop-up-Stores sollen vor allem in Europa und Asien entstehen.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)