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17.09.2015

Noch viel ungenutztes Potenzial

Die Wärmeversorgung bietet auch in Thüringen ein großes Potenzial für den Klimaschutz. Vorbilder bei der Umstellung auf erneuerbare Energieträger könnten hier die Städte, Gemeinden und Landkreise sein. Doch bei deren eigenem Energiemanagement gibt es noch einigen Nachholbedarf.

Wairakei geothermal power station in New Zealand© Pi-Lens /​ iStock /​ Thinkstock

Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund sieht große Chancen für ihr Land, im Bereich der Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umzusteigen. Nach Ansicht der Ministerin wird es in den nächsten Jahren immer stärker zu einer Verknüpfung zwischen dem Strom- und Wärmemarkt kommen. „Wenn die Windkraft- und Solaranlagen überschüssigen Strom produzieren, kann diese Energie kostengünstig in Wärme umgewandelt und gespeichert werden. Hierfür eignen sich in größeren Kommunen Wärmenetze. So wird grüner Strom zu grüner Wärme“, sagte Siegesmund jüngst bei einem parlamentarischen Abend in Erfurt zur Zukunft des Wärmemarktes. Ebenso plädiert die Ministerin dafür, bei der Modernisierung von Heizungsanlagen auf erneuerbare Energien wie Solarthermie, Wärmepumpen oder Pelletheizungen umzusteigen. Das Umweltministerium lässt derzeit untersuchen, wie die Einspeisung von Wärme aus großflächigen Solarthermieanlagen in Thüringer Fernwärmenetze gelingen kann.

Städten, Gemeinden und Landkreisen bietet die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) Schulungen zum Aufbau eines kommunalen Energiemanagements an. Allerdings ist das Interesse an dem Angebot noch gering. Lediglich 33 von landesweit insgesamt rund 860 Kommunen im Freistaat haben sich bisher daran beteiligt. Mit der Einführung eines Energiemanagements und der damit verbundenen Umsetzung geringinvestiver Maßnahmen lassen sich die Verbrauchskosten in kommunalen Gebäuden nachweislich um 10 bis 20 Prozent reduzieren.

Nach Hochrechnungen der Thega vom Herbst 2014 ergibt sich für den kommunalen Sektor ein Einsparpotenzial von gut 8,9 Millionen Euro im Jahr bei den Energiekosten. Dieses könnte mit einfachen und meist nichtinvestiven Maßnahmen in den Gebäuden der Gemeinden erschlossen werden.

Autor: Wolfram Markus 

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