20.07.2021

Neutralisation von Corona-Mutationen durch Lactoferrin

Die Corona-Pandemie hat von einem Tag auf den anderen ein verstärktes Interesse der Öffentlichkeit an wissenschaftlicher Forschung und Erkenntnissen bewirkt. Neben der Analyse und der effektvollen Bekämpfung ist die Entwicklung von Impfstoffen ein zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Aber auch die Langzeitfolgen sind mittlerweile in den Fokus gerückt.

Sippenhaft Quarantäne

In diesem Zusammenhang ist das eisenbindende Glykoprotein Lactoferrin zu erwähnen. Produziert von Säugetieren ist es ein Bestandteil des Immunsystems. Zunehmend wird es für therapeutische Zwecke entdeckt, wobei es neben dem Einfluss auf den Eisenhaushalt und der antimikrobiellen Wirkung antivirale Eigenschaften hat, die in der jetzigen Pandemie von besonderem Interesse sind.

Lactoferrin-Produzenten untersuchen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und biologischen Eigenschaften. Der Rohstoff eignet sich für vielfältige Produktanwendungen wie Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel, diätetische Lebensmittel, Säuglingsnahrung, aber auch für klinische Studien. Umfassende Testungen zeigen folgende Ergebnisse für Lactoferrin: eine nachgewiesene hohe Eisenbindungskapazität und eine schnelle Eisenbindung. Bei der Inkubation von Lactoferrin mit unterschiedlichen E.-Coli-Stämmen beispielsweise konnte eine 100%ige Wachstumsinhibierung gezeigt werden.

Derzeit wird im Rahmen eines geplanten Studienprojekts mit einem renommierten deutschen Universitätsklinikum die Verwendung des bovinen Lactoferrins als präventive Anwendung zur Verhinderung von Infektionserkrankungen, u.a. auch COVID-19, untersucht. In diesem Zuge veranlasste Mercurius Production die In-vitro-Messung der antiviralen Aktivität ihres Lactoferrins bei SARS-CoV-2. Es wurde eine 100%ige Neutralisation des SARS- CoV-2 durch das Lactoferrin der Mercurius Production GmbH nachgewiesen. Durchgeführt wurden die Testungen gemeinsam mit einem der renommiertesten Virologie-Institute in Deutschland.

Die anhaltende Corona-Pandemie und die Zunahme diverser Virusmutationen animierte die Forschergruppe zur weiteren Durchführung von Testungen: So zeigt sich auch bei der sich mehr und mehr weitverbreiteten Alpha- sowie der Beta-Variante ebenfalls eine konzentrationsabhängige 100%ige Neutralisierung durch bovines Lactoferrin. Durch die Interaktion mit den Spikeproteinen des SARS-CoV-2 wird das Virus neutralisiert. In der Folge kann das Virus nicht in die Zelle eindringen und eine Replikation kann nicht stattfinden.

Eine weitere Testung zur SARS-CoV (SARS 1), bei der ebenfalls eine Neutralisierung nachgewiesen wurde, bekräftigt die Argumentation, dass Lactoferrin als Bestandteil des angeborenen Immunsystems in der Lage ist, bereits bei erster Kontamination seine protektiven Eigenschaften zu entfalten. Dabei scheint der nachgewiesene Wirkmechanismus auch auf unterschiedliche Viren übertragbar zu sein. Die daraus abgeleitete Hypothese ist, dass Lactoferrin auch gegen künftige auftretende Virusmutationen wirksam ist. Ob sich die 100%ige Neutralisierung auch bei der zunehmenden Delta-Variante zeigt, wird aktuell untersucht.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)