24.09.2020

Neue Smart-Cities-Modellprojekte ausgewählt

Unter dem Stichwort „Smart Cities“ unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, digitale Prozesse strategisch in die Stadtentwicklung zu integrieren und auszubauen. Mit dem Förderprogramm wird das Ziel verfolgt, digitale Strategien für das künftige Stadtleben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben.

Führungskultur

Am 8. September 2020 hat der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, 32 Modellprojekte der bereits zweiten Staffel bekannt gegeben. Diese ausgewählten Projekte werden mit über 350 Millionen Euro gefördert. Zu den ausgewählten Städten zählen: Bamberg, Berlin, Darmstadt, Freiburg i. Breisgau, Gelsenkirchen, Gemeinde Barleben, Gemeinde Eichenzell, Gütersloh, Hagenow, Iserlohn, Jena, Kassel, Kirchheim b. München, Köln, Lohmar, Lübeck, Mannheim, Mönchengladbach, Paderborn und Rostock. Gefördert werden darüber hinaus interkommunale Kooperationen und Landkreise. Insgesamt hatten sich 86 Städte, Kreise und Gemeinden sowie interkommunale Kooperationen aus ganz Deutschland beworben. Bereits im vergangenen Jahr wurden die ersten 13 Smart-Cities-Modellprojekte ausgewählt.

Eine elfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Bau-Staatssekretärin Anne Katrin Bohle und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und kommunalen Spitzenverbänden entschied in einem mehrstufigen Prüfprozess über die Auswahl. Die einzelnen Förderprojekte sollen einen Mehrwert für alle Kommunen in Deutschland schaffen. Die speziell entwickelten Lösungen müssen skalierbar und replizierbar sein. Ein begleitender Wissenstransfer dient der Verwertung der Ergebnisse. Die geförderten Kommunen sind daher verpflichtet, am Erfahrungsaustausch über die Modellprojekte hinaus aktiv mitzuwirken und geförderte Software-Lösungen als Open-Source- bzw. freie Software zur Verfügung zu stellen.

Konkret verknüpfen die Smart-Cities-Modellprojekte Anforderungen der integrierten Stadtentwicklung mit den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Ökonomie, Ökologie und Soziales sowie neuen Chancen der Digitalisierung. Als Leitbild und normativer Rahmen der zu entwickelnden integrierten Digitalisierungsstrategien gilt die Smart City Charta.

Dabei spielt die Umsetzung der Ziele integrierter und raumbezogener Strategien der Stadtentwicklung eine wichtige Rolle. Die Maßnahmen sollen die Lebensqualität in bestehenden und neuen Stadtstrukturen verbessern und der Aufwertung des öffentlichen Raums dienen. Dabei kann und soll die Kommunalverwaltung auch mit anderen Akteuren in der Kommune (z.B. Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Wohnungswirtschaft, Technologieunternehmen, lokales Gewerbe, gemeinnützige Träger) oder auch der Wissenschaft zusammenarbeiten. Die Strategien sollen sich nicht in sektoralen Ansätzen erschöpfen. Isolierte und spezifische Einzelprojekte werden nicht gefördert. Im Rahmen eines Zwei-Phasen-Projekts werden zunächst kommunale und fachübergreifende Strategien und Konzepte entwickelt und dann umgesetzt.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)