21.02.2020

Naturkosmetik erfreut sich seit Jahren eines großen Zulaufs, ebenso Biokosmetik. Der nächste Schritt ist vegane Kosmetik. Aber ist die wirklich besser?

Das Charakteristische an Naturkosmetik ist die ausschließliche Verwendung von natürlichen Rohstoffen. Das heißt, diese Produkte sind frei von schädlichen oder umstrittenen Stoffen wie Paraffinen, Silikonen und synthetischen Duftstoffen. Tabu sind ebenso Gentechnik, radioaktive Bestrahlung und Tierversuche. Zur Naturkosmetik zählen aber auch tierische Produkte wie Milch, Honig, Seide, Lanolin oder Eier. Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff, kann aber mit einem Siegel zertifiziert sein, was das Einhalten entsprechender Richtlinien fordert.

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Um Pflanzenkosmetik handelt es sich, wenn ein gewisser Anteil an Inhaltsstoffen pflanzlicher Herkunft ist, wie z.B. Extrakte und Öle, aber auch stark prozessierte Substanzen aus pflanzlichen Rohstoffen. Diese verleihen den Produkten dann einfach ein „grünes Image“, machen aber zuweilen nur einen kleinen Anteil aus. Zum großen Teil kann diese Kosmetik konventionellen Produkten entsprechen. Bei der Biokosmetik handelt es sich um Produkte, die pflanzliche Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau einsetzen. Jedoch ist der vorgeschriebene Anteil dieser biologischen Rohstoffe sehr stark von der jeweiligen Biozertifizierungsstelle abhängig. Das kann zwischen 10 % und 95 % an Rohstoffen pflanzlichen Ursprungs differieren.

Vegane Kosmetik dagegen darf keinerlei tierische Produkte enthalten, ganz gleich, ob von oder aus Tieren hergestellt. Tierversuche können bei diesen Produkten dennoch durchgeführt werden. Da vegane Kosmetik nicht geschützt oder durch den Gesetzgeber klar definiert ist, kann sie auch synthetische Bestandteile enthalten, die in konventioneller Kosmetik vorkommen. Das heißt, vegane kosmetische Cremes sind nicht unbedingt besser, gesünder oder tierschonender als konventionelle Cremes. Das zeigt, dass der genaue Blick hinter die Kulissen bzw. hinter schillernde Begriffe notwendig ist, um zu erkennen, was wirklich von höherer Qualität ist oder dem eigenen Bedürfnis am meisten entgegenkommt.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)