27.08.2021

Mobile Impfaktionen gegen die vierte Welle

Wer hätte im Frühjahr gedacht, dass sich bereits im Sommer solch eine Impfmüdigkeit abzeichnen würde? Gerade einmal etwas mehr als 50 Prozent der Deutschen sind vollständig geimpft – viel zu wenig, um die gewünschte Herdenimmunität zu erreichen. Einige Kommunen versuchen, dieser Impfmüdigkeit zu begegnen, und lancierten in den letzten Wochen mobile Impfkampagnen. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Prophet gehen.

gefälschte Impfausweise

In München beispielsweise haben die mobilen Teams des Impfzentrums Riem Anfang August innerhalb einer Woche 3.240 Personen geimpft. Besonders erfolgreich war die Aktion auf dem Marienplatz, wo allein in zwei Tagen rund 680 Personen den Pieks erhielten. Auch die städtischen Ämter waren Anlaufstellen für die mobilen Teams, beim Kreisverwaltungsreferat waren es von Montag bis Freitag rund 560, beim Sozialreferat rund 320 Personen. Am Giesinger Bahnhofsplatz kamen Dienstag und Mittwoch 360 Personen zum Impfen, in den Riem Arcaden von Donnerstag bis Samstag rund 440. Jeder ab 16 Jahren kann sich impfen lassen, auch der Impfstoff ist frei wählbar, soweit vorhanden. Eine vorherige Registrierung in BayIMCO (www.impfzentren.bayern) ist erwünscht, um den Ablauf vor Ort zu beschleunigen, aber keine zwingende Voraussetzung. Bei Zweitimpfungen ist ein Nachweis über die erfolgte Erstimpfung Voraussetzung.

Auch in Heidelberg sind Anfang August erste mobile Impfaktionen im Heidelberger Zoo gestartet, bei denen zunächst 100 Personen teilnahmen. Die Impfaktionen im Zoo fanden jeweils sonntags statt, weil an diesen Tagen der Besucherstrom am größten ist. Um möglichst viele Zoo-Besucherinnen und -Besucher zu einer Impfung zu motivieren, spendiert der Zoo jedem frisch Geimpften eine kleine Überraschung und die Teilnahme an einer Verlosung. Zu gewinnen gibt es einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Zoos.

Das Impfzentrum Tübingen führt mit mobilen Teams nicht nur innerhalb der Stadt, sondern auch im Landkreis Tübingen weitere Vor-Ort-Impfaktionen durch. Damit soll zusätzlich zum Impfzentrum ein weiteres Angebot geschaffen werden, um möglichst vielen Menschen die Chance zu geben, unkompliziert zu einer Impfung zu kommen. Die Impf-Aktionen finden an hoch frequentierten Orten wie Baumärkten und Einkaufszentren oder Märkten statt. Auch der verkaufsoffene Sonntag in Tübingen am 1. August wurde für eine mobile Impfaktion genutzt. Durchgeführt werden die Impfungen von mobilen Teams, die vom DRK organisiert werden.

Autoren: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.),