20.05.2022

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Mehr Sicherheit für Radfahrer In München lässt es sich eigentlich ganz gut Rad fahren. Das Netz an Radwegen ist gut ausgebaut, aber das Fahren an den großen Verkehrsadern ist mitunter gefährlich. Daher hat die Stadt beschlossen, in den nächsten Wochen fünf geschützte Radfahrstreifen anzulegen, die die Verkehrssicherheit für Radelnde auf diesen Strecken erhöhen sollen. Vorgesehen sind die geschützten Radstreifen an folgenden stark befahrenen Straßen: auf Abschnitten der Brienner Straße, der Kapuzinerstraße, der Plinganser Straße sowie der Domagkstraße.

Abstellen von Mietfahrrädern

Für mehr Sicherheit der Radler sorgen dann Elemente, die den Radverkehr vom Kfz-Verkehr trennen. Zwischen Fahrradstreifen und Straße werden Schwellen, Poller und andere Trennelemente aufgestellt. Diese Sperrelemente verhindern das unerlaubte Befahren, Halten oder Parken von Autos oder Lieferwagen auf den Radfahrstreifen. Bereits im Juli 2021 hat der Stadtrat das als Verkehrsversuch geplante Vorhaben beschlossen. In einem ersten Schritt wurden fünf Testabschnitte ausgewählt, die das Baureferat nun bis Mitte Juni umsetzt.

Um solche Schutzelemente später auch an anderen Stellen dauerhaft installieren zu können, werden die neuen Vorrichtungen zunächst ein Jahr lang im Alltagsbetrieb getestet und danach evaluiert. Dabei spielen Kriterien wie Haltbarkeit (Straßenreinigung, Winterdienst), Witterungsbeständigkeit, Sichtbarkeit der Trennelemente sowie die Entwässerung der Fahrbahnoberfläche eine Rolle. Zudem wird beobachtet, wie die sich die aufgestellten Schutz-Elemente auf den Verkehr auswirken. Oberbürgermeister Dieter Reiter freut sich, dass immer mehr Menschen in München mit dem Fahrrad unterwegs sind. Damit sie möglichst sicher ans Ziel kommen, habe der Stadtrat diesen Verkehrsversuch mit geschützten Radwegen auf den Weg gebracht.

Das Thema Radfahren wird derzeit in München nochmals großgeschrieben. Im Rahmen des EU-Förderprojekts CIVITAS Handshake tauscht sich München seit 2018 mit 12 weiteren Städten darüber aus, wie Städte den Radverkehr stärken können. Derzeit sind 17 Delegierte aus Cádiz und Krakau nach München gereist, um sich über Radverkehrsprojekte zu informieren. Eine Woche lang werden bei Vorträgen und Radtouren durch die Stadt die aktuellen Fragen zur Radverkehrsförderung diskutiert. Im Fokus stehen die Herausforderungen und Chancen auf dem Weg von einer autozentrierten hin zu einer nachhaltigen und innovativen Stadt.

Bei CIVITAS Handshake geht es vor allem um den Wissens- und Erfahrungsaustausch. München konnte Krakau bereits bei der Umsetzung eigener Radl-Sicherheitschecks unterstützen, mit Cádiz wurden Erfahrungen zur Konzeption und Aufbau eines Bike-Sharing-Systems ausgetauscht. Umgekehrt profitiert München vom Know-how der anderen Städte für die eigenen Radverkehrsmaßnahmen. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden erklärt, dass viele europäische Städte mittlerweile auf umwelt- und klimafreundliche Mobilitätskonzepte setzen. Dank des Handshake-Programms könnten europäische Städte Wissen und Erfahrungen austauschen und eigene Projekte optimieren.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)