17.02.2021

Mehr Nutzungsvielfalt und neue Konzepte für Innenstädte

Die große Bedeutung des stationären Einzelhandels für die Attraktivität der Innenstadt zeigen die Ergebnisse der Studie „Vitale Innenstädte 2020“ des IFH KÖLN, die auf einer Passantenbefragung in über 100 Städten und Gemeinden basiert. Zum einen sorgen neue Erlebnisräume für attraktive Citys, zum anderen muss aber entsprechend den Erkenntnissen der Studie auch der Einzelhandel gefördert werden, d.h. die Rahmenbedingungen für den stationären Handel müssen verbessert werden.

Corona-Pandemie

Um dem Wettbewerb mit dem immer erfolgreicher werdenden Onlinehandel begegnen zu können, müssen bestimmte Maßnahmen greifen, z.B. die Einführung einer Produktversandsteuer oder auch Gestaltungsmöglichkeiten beim Thema Ladenöffnung. Der Onlinehandel ist 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche geöffnet, was die Kunden mehr und mehr schätzen. Daher müssten auch die Ladenöffnungszeiten flexibler gestaltet werden. So würden beispielsweise verkaufsoffene Sonntage die Innenstädte zusätzlich beleben.

Gefragt ist eine gemischte Nutzung von Handel, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangeboten, auch Wohnen und Arbeiten. Elemente einer attraktiveren Innenstadt sind ästhetisch gestaltete Einkaufsstraßen, angenehme Plätze auf denen man gern verweilt, gute Wegeverbindungen zwischen den Einkaufsvierteln, ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem, ausreichend Parkplätze und die Gewährleistung von Sicherheit und Sauberkeit. Der Einzelhandel könnte dem Onlinekonkurrenten mit digitalen Angeboten und Vor-Ort-Lieferservices begegnen.

Eine weitere Forderung besteht in der Optimierung der Innenstädte und Ortskerne hinsichtlich der Erfordernisse von Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Mehr Grün und mehr Wasser sollten Asphalt und Beton ersetzen und würden für ein besseres Mikroklima und mehr Lebensqualität sorgen. Innenstädte sind die Visitenkarte einer Stadt oder Gemeinde. Sie sind für die Menschen Identifikationsfaktor, Heimat und Orte der Begegnung.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)