19.12.2019

Kopf an: Mitdenken!

Weihnachten ist also das Fest des Miteinanders, der Toleranz, der Anerkennung, des Zusammenhalts. Und eine Fähigkeit, die jede funktionierende Gemeinschaft braucht, ist: Mitdenken.

Mitarbeiter

Mitdenken wird im Duden definiert als: „etwas denkend [mit anderen] bei einer Tätigkeit nachvollziehen; nicht gedankenlos, sondern mit Überlegung vorgehen. Beispiel: Sie denkt gut mit.“ Dieses Mitdenken bedeutet auch, dass ich mich nicht vor der Verantwortung scheue, die möglicherweise für mich daraus resultieren könnte, wenn ich die Aufgabe meiner Kollegin, meines Kollegen verstanden habe. Dass ich diese Verantwortung dann auch innerhalb meines Aufgabenbereichs sehe und mich ihr nicht verschließe. Dass ich sie nicht einfach auf der nächsthöheren Ebene sehe.

Denn in vielen Verwaltungen ist der Verwaltungschef, also Sie, deshalb oft an der Belastungsgrenze, weil auf den Ebenen darunter Aufgaben, die auch bereits dort gelöst werden könnten, kontinuierlich nach oben weitergegeben werden. Am Ende landet alles beim Chef. Anders formuliert: Es wird zu wenig mitgedacht und zu wenig eigenverantwortlich gearbeitet.

Was tun? Es gäbe durchaus die Möglichkeit, dass Sie als Bürgermeisterin oder Bürgermeister Ihre Mitarbeiter aktiv zum Mitdenken erziehen. Geben Sie ungelöste Aufgaben oder Entscheidungen an den entsprechenden Mitarbeiter zurück. Lassen Sie sich eine Entscheidungsempfehlung erarbeiten. Wie würde sie oder er handeln, wäre sie oder er Bürgermeister? Warum? Mit einer fundierten Begründung können Sie sich viel schneller um die Angelegenheit kümmern und motivieren den Mitarbeiter damit gleichzeitig, in Zukunft direkt selbst zu entscheiden. Und damit das gemeinschaftliche Arbeiten im Rathaus zu stärken.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)