14.12.2018

Kommunale Mitarbeiter besser schützen! Panikmache oder Teil vorausschauender Personalverantwortung?

Kommunen haben gegenüber ihren Mitarbeitern eine Fürsorgepflicht. Das gilt neben den rein finanziellen Aspekten auch für ganz physische Elemente: Neben Bediensteten im Außendienst der Ordnungsbehörden mehren sich auch immer mehr Berichte zu Übergriffen auf Busfahrer, städtische Bauhofangestellte und Rettungspersonal. Wie Sie Ihren Mitarbeitern helfen können, erfahren Sie hier.

Bewachungsunternehmen

Keine Sicherheit, nirgends?

Auch wenn das subjektive Sicherheitsempfinden in Deutschland, gerade im öffentlichen Raum, nach wie vor hoch ist, machen Meldungen zu Übergriffen und Attacken auf Angestellte von Städten und Kreisen immer wieder die Runde: So reagierten die Vestischen Straßenbahnen (Kreise Recklinghausen, Bottrop und Gelsenkirchen) mit eigenem Sicherheitspersonal auf die gestiegenen Sicherheitsbedürfnisse ihrer Mitarbeitenden. Ähnliche Präventivmaßnahmen hatten bereits der RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) und andere Anbieter des öffentlichen Nahverkehrs getroffen. Doch bedeutet mehr Sicherheitspersonal auch mehr Sicherheit?

Schulung und Sensibilisierung

Woher es kommt, dass öffentliches Personal immer wieder Ziel von Attacken wird, kann nicht seriös beantwortet werden. Was wir jedoch festhalten ist die Tatsache, dass Gewalt immer einen Entstehungsmoment hat: An irgendeinem Punkt in der Interaktion zwischen Täter und Opfer gleitet ein verbaler Konflikt, auch wenn er einseitig begonnen wurde, ab ins Physische. Die Hemmschwelle ist dabei niedrig. Um Missverständnissen vorzubeugen: Opfer sind Opfer und tragen keine Schuld daran, Opfer von Gewalt geworden zu sein; aber: Auch Opfer haben die Möglichkeit, Kommunikation so zu lenken, dass erst gar keine physische Gewalt entsteht.

Deeskalation und Sensibilisierungstraining

Stellen Sie sich als Rathauschef daher immer die Frage: Welches Gefühl von (Un-)Sicherheit haben meine Mitarbeiter? Zögern Sie nicht, danach zu fragen. Mithilfe der Mitarbeitendenvertretung können Sie beispielsweise eine wissenschaftlich begleitete Umfrage in Ihrem Hause starten und die Ergebnisse auswerten lassen: Findet sich ein belastbarer Hinweis darauf, dass Ihre Mitarbeiter ein Bedürfnis nach einem Mehr an physischer Sicherheit haben, reagieren Sie verantwortungsbewusst: Das Postieren einer Türwache kann zwar helfen, ein subjektives Sicherheitsgefühl herzustellen, erschafft allerdings auch eine natürliche Barriere zwischen Rathaus und Bürger beim Betreten.

Besser eignet sich daher ein Deeskalationstraining. Hier lernen Ihre Mitarbeitenden, welche Strategien zielführend sind, um sich in einer Konfliktsituation richtig zu verhalten. Die Kosten sind überschaubar und der bewusste Prozess der Reflexion führt dazu, dass sich Ihre Mitarbeitenden auch ganz bewusst und selbstkritisch mit dem Thema auseinandersetzen.

Quelle
https://kommunal.de/sicherheit-im-oepnv

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)