27.09.2019

Klimaschutz von oben – China als Vorbild?

Riesige Städte, die im Smog versinken. Rauchende Schornsteine bis zum Horizont. Die Volksrepublik ist bis heute der Klimasünder Nummer eins und für nahezu ein Drittel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Da wird wohl alles rücksichtlos falsch gemacht – oder doch nicht?

Mongolei

Zwei Drittel seiner Energie bezieht China aus klimaschädlicher Kohleverbrennung. Als 2013 die Luft in Peking so schmutzig war wie in einer Flughafen-Raucherlounge, starben pro Tag 4000 Menschen an Atemwegserkrankungen – vor allem dort, wo mit Kohle geheizt wird. Zudem liegen die viele der wichtigsten Wirtschaftszentren Chinas an der Küste und werden vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein. Landeinwärts ist die steigende Wasserknappheit ein großes Problem. Immer mehr Dürren, Überschwemmungen und der Temperaturanstieg sind der Tribut, der gezollt wird.

China steht seit 2013, spätestens aber seit Klimakonferenz in Paris 2015, an einem Wendepunkt in seiner Energiepolitik, der hier im Westen oft kleingeredet wird. Denn, ja, Peking kündigt öfter mal Wirtschaftsreformen an, die dann nie stattfinden. Aber dennoch: 2017 hat China mehr Geld in erneuerbare Energien gesteckt als die drei nächstgrößten Investoren, die USA, die EU und Japan, zusammen.

Die chinesische Regierung weiß: Wer weiter auf fossile Energien und Umweltverschmutzung setzt, bremst auf Dauer sein Wachstum. Hier wird mittel- und langfristig gedacht – und nicht nur auf die kurzfristigen Gewinne einzelner Branchen, einzelner Unternehmer. Im vergangenen Jahr arbeiteten in China vier Millionen Arbeitnehmer im Bereich saubere Energien. Das sind mehr als im Kohlebergbau.

Kurz gesagt, es liegt in Chinas nationalem Interesse, alles zu tun, was es kann, um den Klimawandel zu verlangsamen. Und das Land profitiert davon wirtschaftlich und ökologisch. Denn wenn man mal richtig darüber nachdenkt, liebe politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, sind politische Entscheidungen pro Klimaschutz kei

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)