27.08.2021

Klima- und Naturschutzprogramme liegen im Trend bei Freiwilligen, wie die Ergebnisse einer Umfrage zeigen

Ein stärkeres Engagement für Klima-, Umwelt- und Tierschutzprojekte zeigt sich in diesem Jahr bei der Arbeit von Freiwilligen. Der jährliche Volunteer Report über die Trends der weltweiten Freiwilligendienste berichtet dies auf der größten Informations- und Vergleichsplattform für ehrenamtliche Freiwilligenarbeit im Ausland, www.freiwilligenarbeit.de. Auslöser für diesen Trend ist neben der Corona-19-Pandemie die Bewegung „Fridays for Future“.

Landwirtschaft

Die Bekämpfung der durch Menschen verursachten globalen Erwärmung ist nicht nur Thema der Politik, sondern bewegt auch die Beschäftigten der Freiwilligenarbeit. Auch bei der Beliebtheit der Reiseziele zeichnen sich andere Trends ab als in den vergangenen fünf Jahren. Zu beobachten ist, dass Afrika nach wie vor sehr gefragt ist, Nordamerika und Ozeanien aber durch Corona-bedingte Grenzschließungen an Beliebtheit verlieren und europäische Länder dagegen stärker besucht werden. Verantwortlich dafür sind nicht nur die pandemiebedingten Reisebeschränkungen, sondern auch das Bewusstsein, dass Fernreisen und Langstreckenflüge den Klimawandel vorantreiben. In der Auswertung von insgesamt 3155 Volunteer-Anfragen seit Anfang 2021 zeigt sich zudem ein Trend hin zu Naturschutzprojekten.

Einige Veranstalter für flexible Freiwilligenarbeit reagieren auf diesen Trendwechsel und bieten nun ein breit gefächertes Angebot an, in dem sich Freiwillige weltweit für Klima-, Umwelt- und Tierschutzprojekte engagieren können. In vielen Ländern sind Einsatzmöglichkeiten beispielsweise im Naturschutz zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten buchbar.

Während vor fünf Jahren Volontäre v.a. afrikanische und nordamerikanische Länder aufsuchten und Reiseziele wie Asien, Ozeanien und Südamerika mit etwas Abstand folgten, waren europäische Länder nur für etwa 10 Prozent der Freiwilligen interessant. Die größte Motivation lag dabei in dem Wunsch, fremde Kulturen zu erleben. Nun liegt Afrika zwar immer noch vorn, Europa hat aber deutlich aufgeholt. Auch bei der Themenwahl zeichnet sich ein Trendwechsel ab. Während zu Beginn der Studie 2016 soziale Projekte am beliebtesten waren, nämlich bei einem Drittel oder 33,7 % aller Befragten, sind es heuer nur noch 25,1 % der Volunteers. Dafür ist das Interesse an den Themen Klima-, Umwelt- und Tierschutz gestiegen: 2016 entschieden sich 15,2 % für ein Projekt im Bereich Umweltschutz und 32,2 % für den Tierschutz. 2021 hat sich das Interesse am Umweltschutz verfünffacht, beim Tierschutz ist der Anteil leicht gestiegen. Das verstärkte Engagement von Freiwilligen im Umweltschutz verdeutlicht, wie dringlich hier Handlungsbedarf gesehen wird.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)