27.08.2021

Kinder und Jugendliche in Bewegung halten – auch in Pandemiezeiten

Eine Folge der pandemiebedingten Schließung von Schulen und Kindertagesstätten ist der Ausfall vom Sportunterricht, wodurch die Schülerinnen und Schüler weniger sportlich aktiv sind als normalerweise. Wie wichtig aber Bewegung bei Kindern und Jugendlichen ist, zeigt sich daran, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sich nun für Bewegungsförderung in der Pandemie einsetzt. Anfang August veröffentlichte Papiere haben das Ziel, die Teams in Kindertagesstätten, Schulen und Sportvereinen dabei zu unterstützen, den Alltag von Heranwachsenden auch bei pandemiebedingten Einschränkungen bewegungsintensiver zu gestalten.

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Über den Weg von Informationsblättern sollen nicht nur Schulen, sondern auch Kinder in Kindertagesstätten angeleitet werden, auch trotz der Pandemie ausreichend in Bewegung zu sein. Denn durch die Corona-Pandemie sind viele gewohnte Möglichkeiten, körperlich aktiv zu sein, für Kinder weggefallen. Das resultierte v.a. aus der Schließung von Sport­ und Bewegungsmöglichkeiten in Kitas, Schulen und Sportvereinen, aber auch aus dem Ausbleiben von mit Freunden zusammen unternommenem Sport. Das Informationsblatt klärt über die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit auf, beschreibt die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen auf das Bewegungsverhalten und gibt Anregungen, wie Bewegung von Kindern durch Kitas während der Pandemie gefördert werden kann.

Auch Kitas, die bereits auf einem guten Weg sind, sollen durch die Informationskampagne ermutigt werden, ihre Angebote auch während der Pandemie beizubehalten oder auszubauen. Gemäß nationalen Bewegungsempfehlungen sollten sich Kinder bis zum Alter von 3 Jahren so viel wie möglich bewegen. Für 4­ bis 6­Jährige wird eine tägliche Bewegungszeit von mindestens drei Stunden empfohlen. Denn körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf die körperliche, psychosoziale und geistige Gesundheit aus. Bewegung, Spiel und Sport können einen wichtigen Beitrag zur sozial­emotionalen Persönlichkeitsentwicklung leisten. Wenn sich Kinder und Jugendliche bereits viel bewegen, so werden sie in der Regel dieses Verhalten auch als Erwachsene beibehalten und damit gesünder leben als Inaktive.

Sportliche Aktivitäten fördern zudem ein Zugehörigkeitsgefühl und bringen Menschen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft sowie unterschiedlichen Alters zusammen. Ein weiterer Vorteil von regelmäßiger körperlicher Aktivität ist die Stärkung des Atem- sowie des Immunsystems. Bewegungsmangel hingegen kann laut WHO ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf von COVID­19 sein. Bewegung und Sport für Kinder und Jugendliche sind daher gerade während der Pandemie besonders wichtig.

Bei der Bewegungsförderung in Kitas sollte das gesamte Kita-Personal einbezogen werden. Zusätzlich können gemeinsame Projekte mit ortsansässigen Sportvereinen verfolgt werden. Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sollten die Kinder so oft wie möglich draußen spielen lassen, wo die Bewegung leichter und natürlicher ist. Auch Spaziergänge mit den Kindern können zielführend sein. Eine große Palette verschiedenster Bewegungsangebote liegt online vor und unterstützt die Bewegungsinitiative, z.B. in Form von Praxisleitfäden, Ideen für Spiele, Videos und Apps. In Zeiten der Schließung von Kitas können digitale Anleitungen die Kinder ebenso in Bewegung halten. So beispielsweise in kurzen Videos mit Bewegungsanleitungen, z.B. für Rhythmus und Tanz, oder in spielerischen Workouts sowie Sport­Video­Angeboten oder Kinder­Yoga.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)