23.10.2020

Innenstädte fördern durch höhere Nutzungsvielfalt

Innenstädte sind für die Menschen Identifikationsfaktor sowie Orte der Begegnung und der Kommunikation. Die Innenstädte leiden aber massiv unter dem Wegbrechen des Einzelhandels in den Citys und Ortskernen. Der Handelsverband Deutschland geht gegenwärtig von 50.000 Schließungen im stationären Einzelhandel aus. Daher gehöre die Rettung unserer Innenstädte und Ortskerne ins Zentrum des politischen Handelns. Der Erhalt einer vitalen Mitte gehe über wirtschaftliche Aspekte hinaus. Er sei auch eine kulturelle und soziale Herausforderung, wie der Vorsitzende des DStGB-Ausschusses für Städtebau und Umwelt und Isernhagener Bürgermeister Arpad Bogya betonte.

Das Münchner Rathaus

Einer Verödung von Innenstädten und Ortskernen könnte durch eine Nutzungsmischung entgegengewirkt werden. Dafür kann auch Digitalisierung hilfreich sein, mit der der örtliche Handel seinen Service ausbauen könnte. Das Internet muss also nicht nur als Feind des Einzelhandels gelten, sondern kann diesen auch unterstützen. Gezeigt hat dies der Buchhandel, der während des Lockdowns seine Kunden über die eigenen Internetplattformen bedient hat.

Wegen zu hoher Mietpreise sind in der Vergangenheit immer mehr kleinere Geschäfte und Restaurants aus den Innenstädten verschwunden. Mittlerweile sind die Mietpreise aufgrund des hohen Leerstands gesunken, was zur gegenläufigen Entwicklung führen könnte und kleinere Läden und Einrichtungen wiederum anziehen könnte. Dadurch würde die Nutzung der Innenstädte wieder an Vielfalt gewinnen. Förderlich wäre auch ein größerer Spielraum bei den Ladenöffnungszeiten.

Die Kommunen sind dabei besonders gefragt. Sie könnten mit dem örtlichen Handel und den Immobilieneigentümern kooperieren, um faire Mieten zu ermöglichen. Die Kommunen können auch durch eine gute Anbindung über öffentliche Verkehrsmittel und eine gute Fußgänger- und Fahrradinfrastruktur, aber auch durch attraktive, sichere und saubere öffentliche Plätze für lebenswerte Innenstädte sorgen.

Autoren: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.),