20.01.2022

Im Kampf gegen die Pandemie stimmt die Richtung, aber ein mittelfristiges Zukunftskonzept fehlt

Der Corona-Gipfel am 7. Januar hat wichtige Akzente gesetzt, aber Bund und Länder haben die Chance verstreichen lassen, klare Perspektiven aufzuzeigen, wie DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg gegenüber der Rheinischen Post vor Kurzem kritisierte. Nicht nur in Deutschland droht eine neue Coronawelle mit der Omikron-Variante.

Sippenhaft Quarantäne

Die Infektions- und Inzidenzzahlen in deutschen Landkreisen sind seit einiger Zeit wieder im kontinuierlichen Steigen begriffen. Als wirksame Mittel gelten weiterhin Impfungen und Kontaktreduzierungen. Damit soll eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden und zugleich sichergestellt werden, dass das Land nicht wieder durch massive Krankheits- und Ausfälle lahmgelegt wird. Die Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur, wie Feuerwehr, Wasser-/Stromversorgung, Telekommunikation usw. wird durch die Verkürzung der Quarantänefristen gesichert.

Bundesweit gilt seit dem 15. Januar 2022, dass der Zugang zur Gastronomie nur für Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen Test oder dem Nachweis der Booster-Impfung möglich ist. Bleibt zu hoffen, dass dies einen zusätzlichen Anreiz für die Booster-Impfungen setzt. Die Fortgeltung der Kontaktreduzierungen und der erneute Appell an die Arbeitgeber zur Ermöglichung von Homeoffice können ebenfalls einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten, so die Ansicht des DStGB, der es allerdings begrüßen würde, wenn sich Bund und Länder darauf verständigt hätten, über den Bundestag erneut die epidemische Lage von nationaler Tragweite festzustellen.

Dem DStGB fehlen zudem klare Perspektiven und das zu geringe Nutzen von bestehenden Chancen. Auch wenn ab März 2022 ein neuer, auf Omikron ausgerichteter Impfstoff verfügbar sein sollte, seien noch zu viele Fragen offen, wie die weiteren Entscheidungen über die zweiten Booster-Impfungen sowie die Frage nach einer möglichen Priorisierung für ältere, besonders gefährdete Personen und für Menschen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten. Ebenso das umstrittene Thema der Impfpflicht und ihrer Umsetzung oder die Debatte um ein zentrales Impfregister – wie es der Deutsche Ethikrat empfiehlt.

Autor*in: Andrea (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)