26.07.2019

Hitzefrei? Was Sie als Arbeitgeber wissen müssen

Es ist Sommer in Deutschland und, entgegen früheren Erfahrungen, richtig heiß! Der Regen lässt vielerorts auf sich warten. Das abkühlende Gewitter verdunstet am nächsten Vormittag bereits wieder in wenigen Stunden. Gearbeitet wird trotzdem! Daher hier ganz kurz die rechtliche Situation für Sie als Arbeitsgeber, was den Arbeitsschutz bei Hitze angeht. Denn nach dem Arbeitsschutzgesetz sind Sie verpflichtet, Arbeit und Arbeitsplätze so zu gestalten, dass eine gesundheitliche Gefährdung der Mitarbeiter vermieden wird. Das gilt auch für Risiken, die durch hohe Sommertemperaturen oder UV-Strahlung entstehen. Im Auge behalten sollten Sie drei Temperatur-Schritte in den Büros Ihres Rathauses: 26 Grad, 30 Grad, 35 Grad.

Grundstücksbewässerungsanlagen

26 Grad:

Hier fängt das Problem an. Denn heißer als 26 Grad sollte die Temperatur in Arbeitsräumen nicht liegen. Ab jetzt heißt es für Sie als Arbeitgeber: Ergreifen Sie Gegenmaßnahmen!

  • Jalousien auch nach der Arbeitszeit geschlossen halten
  • Nachtauskühlung
  • elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben
  • in den frühen Morgenstunden lüften
  • Arbeitszeit verlagern (zum Beispiel in die Morgen- und Abendstunden)
  • Bekleidungsregeln lockern
  • Trinkwasser bereitstellen

30 Grad:

Wenn das alles nichts hilft – oder Sie noch nicht alle Maßnahmen durchgeführt haben – und die Raumtemperatur in den Büros weiter ansteigt, müssen Sie spätestens aktiv werden, wenn die 30-Grad-Marke geknackt wird. Also: Thermometer im Auge behalten! Was Sie konkret gegen die Hitze unternehmen, können Sie selbst entscheiden.

 

35 Grad:

Nun ist die Grenze erreicht. Laut Gesetzgeber ist ein Büro ab einer Raumtemperatur von 35 nicht mehr zum Arbeiten geeignet ist. Jetzt hätten Ihre Mitarbeiter das Recht, die Arbeit zu verweigern – wenn Sie keine Gegenmaßnahmen ergriffen haben. Denn ein Recht auf Hitzefrei haben Ihre Mitarbeiter – anders als Schüler – nicht. Es ist an Ihnen als Chef, zu beurteilen, ab wann produktives Arbeiten nicht mehr möglich ist. Denkbar ist beispielsweise auch eine verlängerte Mittagspause, eine echte Siesta, bis am Spätnachmittag die Temperaturen wieder fallen. Seien Sie nachsichtig! Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)