20.12.2017

Generation Z im Rathaus? Wie kluge Personalpolitik kluge Mitarbeiter bringt

Immer mal wieder tauchen merkwürdige Zuschreibungen auf, wenn es um junge Menschen geht wie Generation X, Generation Praktikum oder Generation Golf. Häufig lesen wir dann eine meist soziologische Analyse darüber, was diese Generation jetzt ausmacht, welche Ziele sie (vermeintlich) hat und welche Vorstellungen sie über eine mögliche Zukunft mitbringt. Ob sich das immer mit der Realität deckt und welche Chancen sich daraus für Ihr Rathaus ergeben, erfahren Sie hier.

Frankfurter Römerberg mit Rathaus

„Der öffentliche Dienst ist unattraktiv geworden“, und das Arbeiten im Rathaus gilt als Spießertum. So oder so ähnlich beschreiben immer wieder Menschen, denen ich in unterschiedlichen Zusammenhängen begegne, über Ansichten, die sie den Jüngeren zum Thema öffentlicher Dienst unterstellen. „Wirkliche Performer finden Sie nur in der freien Wirtschaft!“ – und ich muss lächeln. Doch stimmt das wirklich? Was denken junge Menschen über den öffentlichen Dienst, und wie können wir die Besten der Besten für unsere Rathäuser gewinnen?

Generation Z und Generation Y

Über die Jahre entwickeln sich immer wieder neue Zuschreibungen an junge Menschen wie Generation Golf oder Generation Facebook – und das ist auch verständlich, denn lebenserfahrene Generationen versuchen immer, das Verhalten ihrer Nachkommen zu verstehen und zu analysieren. Damit verbunden sind (leider) immer auch Stereotype und gewisse klischeehafte Zuschreibungen. Das Problem dabei: Klischees lassen sich nur sehr schwer wieder aus den Köpfen der Menschen bringen, und das einmal gesetzte Bild des zombiehaften Jugendlichen vor dem Laptop/bei Facebook lässt sich nur schwer wieder korrigieren. Dabei brauchen Sie in Ihrem Rathaus genau das: junge Menschen! Nur so kann eine funktionierende Personalentwicklung in Ihrem Rathaus sicherstellen, dass auch in Zukunft öffentliche Dienste funktionieren. Dafür müssen Sie in Ihrem Rathaus in der Personalentwicklung mitunter neue Wege gehen: Die Jahrgänge 1980 bis 1990, die Generation Y (Scholz, 2014), die noch Wert auf Prestige, Geld und Ansehen legte und bereit war, beruflichen Erfolg auf Kosten des Privatlebens zu finden, verschwindet langsam von der Bildfläche des Nachwuchses und wird ersetzt durch die Generation Y, der es vor allen Dingen um Selbstverwirklichung, Entfaltung und Stabilität geht (Drammeh, 2017).

Neue Wege, neue Pfade

Bedenken Sie immer, dass der öffentliche Dienst in der heutigen Zeit mit Dingen punkten kann, die in der „freien Wirtschaft“ häufig noch fehlen: Verlässlichkeit, Stabilität und Langfristigkeit. Doch das allein genügt vielleicht nicht mehr: Junge Menschen treibt an, dass sie sich selbst verwirklichen und persönlich entfalten können. Ihr Rathaus kann dabei ein wichtiger Faktor sein: Bieten Sie beispielsweise umfassenden Bildungsurlaub an, öffnen Sie Türen für ehrenamtliche Arbeit und vergewissern Sie sich, dass Sie Ihr Personal durch regelmäßige Mitarbeitergespräche und kreative Workshops an Ihr Rathaus binden. Eröffnen Sie gerade Ihrem Nachwuchs die Möglichkeit, sich online zu bewerben oder sich über einen Praktikumsplatz zu informieren, und Sie werden erkennen: Neue Wege muss man gehen, um in eine stabile Zukunft zu gelangen.

Quellen/Literaturtipps
Drammeh, Njema: „Junge Menschen für einen Job im Rathaus begeistern!“, in: Kommunal 12/2017, S. 10–14
Scholz, Christian: „Generation Z“, Wiley-Verlag 2014

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)