28.03.2019

Gedanken vom Nockherberg 2019

Die Fastenrede am Nockherberg wurde dieses Jahr von Maxi Schafroth gehalten. Falls Sie die Rede nicht gehört haben: Kritiken und Kommentare gab es zuhauf. Darum soll es an dieser Stelle nicht gehen. Sondern um Nächstenliebe.

Biergartenbetrieb

Wie? Nein, Maxi Schafroth hat keine moderne Bergpredigt gehalten. Trotzdem sind zwei Gedanken am Ende der Rede aufgetaucht, die vielen Zuhörern im Gedächtnis geblieben sein dürften. Und die gut dafür geeignet sind, zum Jahresanfang die eigenen Positionen neu zu hinterfragen und so manchen Arbeitskreis aus der gedanklichen Sackgasse zu führen.

Parteientausch – in der Realität!

Der erste kam verpackt in einem Spiel daher: Parteientausch. Wie wäre es, einen Tag lang nicht bei den Grünen, sondern bei der CDU zu sein? Oder einen Tag Abgeordneter der FDP statt der SPD? So lustig diese Vorstellung sein mag, sobald man sie auf einzelne Politiker in Maxi Schafroths Publikum anwendet, so interessant wird es, wenn man sie mal ernsthaft in Erwägung zieht: Wäre das einen Tag im Jahr möglich? Oder eine Woche? Was würde passieren? Vielleicht einen Versuch wert! Veranstalten Sie in Ihrem Rathaus an einem Tag eine große Auslosung, als deren Ergebnis alle politischen Mitarbeiter ihre Parteizugehörigkeit tauschen. Dann geht der Arbeitstag weiter. Was passiert? Auf jeden Fall könnte das Verständnis der Politiker untereinander danach wesentlich größer sein. So ein Tag könnte frischen (Frühlings-)Wind in so manche Sitzung wehen. Mehr Empathie untereinander mit sich bringen. Und darum ging es auch am Nockherberg.

Stichwort: Empathie

Maxi Schafroths zweiter Gedankenanstoß stand schließlich ganz am Schluss seiner Rede, an dem er kurz und knackig auf die AfD zu sprechen kam: Stellen Sie sich bei jeder politischen Entscheidung, die Sie treffen, vor, selbst Betroffener dieser Entscheidung zu sein. Würden Sie dann ebenso entscheiden?

Diesen Gedankenanstoß gilt es gar nicht weiter zu kommentieren, sondern direkt umzusetzen! Und nicht nur an einem Tag im Jahr.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)