27.10.2017

Für Einsteiger: Bloggen als Gastspiel

Wissen und Erfahrungen teilen, gesellschaftliche und politische Entwicklungen kommentieren oder eine Idee zur Diskussion stellen – im Netz zu publizieren, zählt heute zu den Bausteinen professioneller Kommunikationsarbeit. Wer (noch) kein eigenes Blog hat, kann sich auf externen Bühnen ausprobieren.

"http" auf Monitor

Die digitale Revolution hat unsere Medienwelt in atemberaubendem Tempo umgekrempelt. War man vor nicht allzu langer Zeit noch auf die klassische Presse angewiesen, um seine Botschaft unters Volk zu bringen, kann sich heute theoretisch jeder im Netz verbreiten. Längst machen sich auch Wirtschaft und Politik diese Möglichkeit der direkten Kommunikation mit ihren Zielgruppen zunutze. Dabei werden nicht nur Marken oder Parteien zu Sendern, sondern auch der einzelne Mensch. Das Internet erlaubt jeder Persönlichkeit, sich mit ihrem speziellen Fachwissen, dem eigenen Standpunkt oder einer innovativen These an die virtuelle Öffentlichkeit zu richten. Und das muss keineswegs immer die knappe Statusmeldung sein. Gerade komplexere Themen werden oft in Gestalt eines längeren Textbeitrags entwickelt. Bloggen nennt man gemeinhin diese Form des individualisierten Publizierens im Netz.

Internettexte in Profi-Optik

Wer als Gemeindevertreter ernsthaft mit dem Gedanken spielt, in der Digitalsphäre publizistisch in Erscheinung zu treten, muss dazu nicht zwingend über ein eigenes Blog verfügen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seinen Beitrag extern zu veröffentlichen. Ein ausgereiftes Publikationsportal ist Medium, wo man sich mit einem bestehenden Facebook- oder Twitter-Konto für die kostenlose Basisversion anmelden kann. Die Oberfläche ist intuitiv zu bedienen, sofern man des Englischen mächtig ist. Artikel lassen sich problemlos als Entwürfe zwischenspeichern und auch nach Veröffentlichung jederzeit abändern (oder wieder löschen). Das Layout, das selbst technischen Laien die unkomplizierte Einbindung von Fotos und Videos erlaubt, wirkt angenehm schlicht und modern. Wer ohne großes Vorwissen optisch ansprechende Internettexte gestalten will, sollte Medium in Betracht ziehen.

Auf Karriereplattform publizieren

Besitzen Sie ein Profil bei LinkedIn? Dann eröffnet sich Ihnen eine weitere Publikationsmöglichkeit, die sich im beruflichen und offiziellen Leben wachsender Beliebtheit erfreut. Auch ohne Premium-Account können Sie auf dem Business-Netzwerk längere Beiträge veröffentlichen, die Gratis-Basismitgliedschaft reicht dazu aus. LinkedIn stellt Ihnen zum Schreiben eine simple, aber funktionale Vorlage zur Verfügung, mit der Sie Ihre Artikel mühelos in eine professionelle Form bringen können. Wählen Sie Ihre Profileinstellungen entsprechend aus, sind Ihre Blogtexte nicht nur für Ihre Kontakte, sondern auch außerhalb von LinkedIn für jedermann sichtbar. Wichtig für die Verbreitung: Texte lassen sich von beiden Plattformen aus ganz einfach über soziale Medien wie Facebook oder Twitter teilen. Sowohl bei Medium als auch bei LinkedIn können Sie außerdem verfolgen, wie oft Ihr Beitrag aufgerufen wurde und woher die Klicks stammen.

Bereit für das eigene Blog?

Publikationsportale wie die hier beispielhaft vorgestellten sind Spielwiese und Experimentierfeld für alle, die in dieser Kommunikationsdisziplin erste Gehversuche machen wollen. Finden Sie Gefallen am Schreiben und erweist es sich für Sie als nützlich, regelmäßig in dieser Form mit Bürgern und der digitalen Öffentlichkeit zu kommunizieren, dürfte die Einrichtung eines eigenen Blogs sinnvoll sein. Nur so haben Sie schließlich die volle Hoheit über Ihre Inhalte. Und nicht zu vergessen: Mit einer Blog-Adresse unter Ihrem Namen bzw. dem der Gemeinde schärfen Sie Ihr Profil als „Social Bürgermeister“.

www.nicola-karnick.de

Autor: Nicola Karnick (Nicola Karnick ist Redenschreiberin und Autorin von "Praktische Redenbausteine für Bürgermeister".)