23.04.2021

Flüchtlinge werden Lokführer

Wenn es gelingt, Flüchtlinge sozial und beruflich zu integrieren, dann ist dies ein großer Erfolg für alle Beteiligten. Das Land Baden-Württemberg kann momentan einen solchen Erfolg verbuchen, denn im Rahmen eines Modellprojekts wurden berufliche Chancen für Immigranten geschaffen. Das Verkehrsministerium des Landes hat im Rahmen dieses gemeinsamen Modellprojekts zusammen mit Arbeitsagenturen und Eisenbahnunternehmen eine Ausbildung zum Lokführer ins Leben gerufen.

Stift schreibt "We cab help"

Hintergrund ist, dass viele Bahnunternehmen händeringend nach Lokführern suchen. Allein in Baden-Württemberg rechnet man in den kommenden Jahren mit über tausend freien Stellen. Nun werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Flüchtlinge erhalten eine sichere Berufsperspektive und die Bahnunternehmen endlich wieder mehr Lokführer. In nur 15 bis 24 Monaten erfolgt die Ausbildung zum Lokführer. Die Flüchtlinge profitieren dabei von Hilfen von speziellen Trainern, etwa um die Eisenbahn-Fachsprache schneller zu lernen.

An dem Projekt beteiligen sich nach Angaben des baden-württembergischen Verkehrsministeriums Bahn- und Verkehrsunternehmen wie die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio Baden-Württemberg, Abellio, GoAhead, die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG), die Württembergische Eisenbahngesellschaft (Transdev), die Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und die MEV Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft. Eine erste Ausbildungsaktion startete bereits bei der Deutschen Bahn, für die S-Bahn Stuttgart 16 Flüchtlinge zu Triebfahrzeugführern auszubilden.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)