23.08.2019

Engagement und Ehrenamt fördern Demokratie

Über 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Ihr Engagement ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von entscheidender Bedeutung: Sie ist konkrete Demokratieförderung. Um diese Arbeit zu unterstützen, hat die Bundesregierung nun die „Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ ins Leben gerufen.

Mann bietet Hand

Ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Verein oder gar als Bürgermeisterin oder Bürgermeister einer kleinen Gemeinde: Derzeit engagieren sich mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Gerade in den ländlichen Räumen haben Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement nicht nur eine besondere und lange Tradition – sie tragen aktiv zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum Erhalt des Miteinanders und zur Lebensqualität bei. Ein aktives Vereinsleben hält zusammen und macht einen Ort zur Heimat.

Gemeinden stehen finanziell im Schnitt gut da – aber längst nicht alle

Ein Blick in die aktuellen Gemeindefinanzen zeigt: In allen Ländern Deutschlands verzeichnen die Kommunen insgesamt Überschüsse – trotzdem ist die Finanzlage der einzelnen Kommunen sehr heterogen. Dies lässt sich u.a. am weiterhin hohen Bestand an kommunalen Kassenkrediten in vielen Kommunen ablesen. Das bedeutet: Die Lebensverhältnisse der Bürger hängen zunehmend vom Wohnort ab. Und die Kluft wächst.

Gründung der „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“

Dieser Problematik hatte sich die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ der Bundesregierung angenommen, unter deren Mitgliedern auch Vertreter aller Länder sowie der drei kommunalen Spitzenverbände waren. Es wurden Handlungsempfehlungen mit Blick auf unterschiedliche regionale Entwicklungen und den demografischen Wandel in Deutschland erarbeitet. Eine dieser Empfehlungen mündete nun in den Kabinettsbeschluss, eine „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ zu gründen. Sie soll Serviceangebote für die Organisation von bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt bereitstellen und ehrenamtlich Tätige bei der Digitalisierung unterstützen. Denn gerade in ländlichen und strukturschwachen Regionen ist die Arbeit von ehrenamtlichen Organisationen häufig besonders schwierig.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)