26.02.2019

Energiebranche: Da tut sich was

Für viele Gemeinden ist die Energieversorgung ein leidiges Thema. Ausschreibungen für die Vergabe von Öl-, Gas- und Stromkonzessionen sind langwierig und mühsam. Mit Erneuerbaren Energien kommen viele erst in Kontakt, wenn es um Stromtrassen geht – und dann wird’s ärgerlich. Fazit: Energie ist nicht jedermanns Sache. Aber: Wat mutt, dat mutt! Daher möchte ich Sie an dieser Stelle mit zwei Unternehmen bekannt machen, deren Geschäftsmodell alles andere als langweilig ist und Ihre Begeisterung für das Thema Energie vielleicht wieder ein bisschen wachkitzelt.

Das Münchner Rathaus

Sono Motors

Wer hat sich das noch nicht gedacht: Ich schnalle mir einfach eine Solarzelle auf’s Autodach und schon kann ich endlos fahren, ohne tanken zu müssen! Ganz so einfach ist es zwar nicht – aber im Grunde ist das die Idee. Sono Motors ist eines der innovativsten Startups der Energiebranche. Das Münchner Unternehmen entwickelt ein selbstladendes Elektro-Auto mit einer Reichweite von 250 Kilometern – für einen Preis von 16.000 Euro. Die integrierten Solarzellen generieren genug Energie, um täglich bis zu 30 Kilometer allein durch die Sonne zurückzulegen. Die klare Vision: eine Zukunft ohne Erdöl und CO2-Emissionen. Sono Motors zeigt damit nicht zuletzt dem anderen in München ansässigen Automobilhersteller sehr deutlich: Elektro geht! Man muss es nur wollen.

Ubitricity

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat eine Technologie entwickelt, die den flächendeckenden Aufbau von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge bezahlbar und die Abrechnung einfach macht. Herzstück ist ein „SmartCable“ mit geeichtem, mobilem Stromzähler. Mit diesem SmartCable kann ein Elektrofahrzeug an unterschiedlichsten Standorten, wie zum Beispiel an entsprechend modifizierten Straßenlaternen, geladen werden. Die Stromkosten werden monatlich zum Mobilstromtarif des Fahrzeugnutzers abgerechnet. Dafür stellt Ubitricity mobile Stromzähler zur Verfügung, die in das SmartCable integriert werden. Auch wenn die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland noch nicht darauf ausgerichtet sind, dass Verbraucher mobil an unterschiedlichen Orten Strom beziehen: Ubitricity ist im Ausland bereits sehr erfolgreich. Über 300 Ladesäulen stehen beispielsweise in London. Bald folgt New York. Und nachdem das Unternehmen vom französischen Energieriesen EDF und von Siemens finanziert ist, werden die ersten Straßenlaternen mit Steckdose auch hierzulande sicherlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Es bleibt spannend!

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)