22.03.2021

Deutscher Feuerwehrverband und Deutscher Städte- und Gemeindebund kooperieren für einen besseren Brandschutz in den Wäldern

Eine unleugbare Folge des Klimawandels und der mit ihm einhergehenden trockenen Sommer sind großflächige Waldbrände. Um diesem Problem entgegenzutreten, haben sich der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, Verbesserungspotenziale für die vorhandenen Strukturen aufzuzeigen, die sie in einem „Nationalen Konzept für besonders große oder schwierige Vegetationsbrände“ dargelegt haben.

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Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des DStGB, sieht ein Problem in dem Fehlen der notwendigen Infrastruktur für drohende Großbrände; dazu zählen befahrbare Wege und ein dichtes Netz von Wasserentnahmestellen, auch Systeme zur Branderkennung müssten deutlich verbessert werden. Hinzu kämen Behinderungen der Löscharbeiten durch Munitionsverdachtsflächen sowie ein teils zu hoher Aufwand für die Brandlöschung durch Hubschrauber.

Vonseiten der Feuerwehren besteht das Problem der unzureichenden Ausstattung mit speziellen Fahrzeugen und Geräten für die Vegetationsbrandbekämpfung, wie DFV-Vizepräsident Karl-Heinz Knorr erklärt. Die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte sei zumeist auf die Gebäudebrandbekämpfung ausgelegt und reiche für die Löschung von Waldbränden nicht aus. Auch die Besonderheiten beim Waldbrand und die damit erforderliche Taktik müssten als Bestandteil der Ausbildung integriert werden.

In dem gemeinsamen Konzept werden umfassende Verbesserungspotenziale beschrieben. Im Rahmen der Prävention stehen Sensibilisierung von Bevölkerung und Waldbesitzern auf der Agenda, der Ausbau der Rettungspunkte Forst, Einrichtung und Ausbau von Früherkennungssystemen, Verfügbarkeit von Kartenmaterial und Geo-Informationssystemen, stärkerer Informationsaustausch, vorbeugender Waldbrandschutz sowie die Überprüfung von Munitionsverdachtsflächen. Bei Organisation und Taktik fordern beide Partner eine stärkere Verantwortungsübernahme bei Bund und Ländern, Unterstützung kommunaler Behörden bei der Einsatzplanung, klare Anforderungs- und Kostenübernahmeregelungen, zentrale Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, bundesweit einheitliche Ausbildung in Vegetationsbrandbekämpfung, Führungslehrgänge für Langzeitlagen und regelmäßige gemeinsame Übungen.

Die Verbesserung bei Technik und Ausstattung ist ein weiterer Aspekt. Hier besteht Optimierungsbedarf hinsichtlich der Beschaffung geeigneter Schutzkleidung, der Entwicklung eines einfachen Atemschutzes, der Beschaffung geeigneter Fahrzeuge und einer ausreichenden Anzahl von Hubschraubern, der Optimierung der Löschwasserfördertechnik, der Etablierung überörtlich einsetzbarer Einheiten sowie der Stationierung von Task Forces bei Feuerwehren.

Mit dem Papier, das in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Waldbrandbekämpfung des Deutschen Feuerwehrverbandes, Dr. Ulrich Cimolino, ausgearbeitet wurde, wollen DFV und DStGB die bestehenden Probleme und Defizite bei den Feuerwehren abbauen, wie die teils dezentralen Strukturen des Feuerwehrwesens und die Tatsache, dass große oder schwierige Vegetationsbrände nicht zum regelmäßigen Erfahrungsschatz der (meisten) Feuerwehren zählen.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)