23.10.2020

Deutsche Großstädte als Corona-Hotspots

Deutschlands Großstädte haben sich in den letzten Wochen zu Corona-Hotspots entwickelt. In Berlin, München, Hamburg und Frankfurt liegen die Inzidenzwerte alle über 50 pro 100.000 Einwohner. Auch Frankfurt, die Buchmessen-Stadt, in der dieses Jahr die Leitmesse der Buchbranche weitgehend nur digital stattfindet, steuerte unlängst auf die höchste Corona-Warnstufe in Hessen zu. Unterstützung sucht sich die Stadtverwaltung bei der Bundeswehr, um Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Um die steigenden Infektionszahlen in Frankfurt einzudämmen, sollen 60 Soldaten der Bundeswehr dabei helfen, Kontakte von Infizierten zu ermitteln. Die ersten Soldaten unterstützen seit Kurzem die Mitarbeiter des Frankfurter Gesundheitsamts bei ihrer Arbeit.

Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Bayern

Laut Gesundheitsamt lag Mitte Oktober in Frankfurt die Sieben-Tage-Inzidenz mit aktuell 74,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner nur noch knapp unter der Marke von 75, von der an die fünfte Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzepts des Landes gilt. Innerhalb von 24 Stunden wurden 99 Neuinfektionen gemeldet. Zusätzlich erhöht das Frankfurter Ordnungsamt das Personal für verstärkte Kontrollen. In den nächsten Monaten werden Mitarbeiter zu Fuß in den größeren Einkaufsstraßen Streife gehen, um das Einhalten der Maskenpflicht zu kontrollieren. Auch an den U-Bahnhöfen soll die Stadtpolizei eingesetzt werden.

Angesichts der steigenden Zahlen in den Ballungsräumen begrüßt auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) die im Gespräch der Bundeskanzlerin mit den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern der Großstädte verabredeten Maßnahmen, um das Pandemiegeschehen einzudämmen. Ein neuer Lockdown, insbesondere auch die Schließung der Schulen, muss verhindert werden. Um die Infektionszahlen zu begrenzen, sind die Städte gefordert, die Maßnahmen nicht nur anzuordnen, sondern auch umzusetzen, zu kontrollieren und Verstöße konsequent mit Bußgeldern zu ahnden.

Das Problem der personellen Grenzen besteht allerdings generell. Daher bietet der Bund Unterstützung für die Gesundheits- und Ordnungsämter, auch mit Angehörigen der Bundeswehr. Der DStGB empfiehlt für das Gewinnen von zusätzlichem Personal die Beleihung von Personal, was allerdings gesetzlich ermöglicht werden müsste, damit eine Kommune zertifizierte private Ordnungsdienste einsetzen kann, die dann in der konkreten Situation wie Beamte des Ordnungsamtes kontrollieren und auch Bußgelder verhängen dürfen. Die dafür erforderlichen Vorgaben sollten mit den Ländern in einem „Pakt für die kommunalen Ordnungsdienste“ formuliert werden.

Übrigens: Am 15. Oktober haben wir den jährlichen Internationalen Hände-Waschtag begangen, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 15. Oktober 2008 erstmals ins Leben gerufen hat. Das Händewaschen ist also nicht erst zu Corona-Zeiten populär geworden, sondern bereits vor 12 Jahren. Damals richtete sich der Aufruf an Erwachsene und Kinder, Kindergärten und Schulen, Altenheime und Krankenhäuser sowie andere Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge.

Aber gerade in der Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt dem Händewaschen ganz besondere Bedeutung zu; eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung: Gründliches Händewaschen ist als Präventionsmaßnahme gegen Krankheitserreger unabdingbar. Denn über die Hände werden Krankheitserreger am häufigsten übertragen. Beim Öffnen von Türen oder beim Kontakt mit gemeinsam genutzten Gegenständen können die Erreger schnell weitergegeben werden.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)