22.03.2021

Clubhouse – was steckt hinter der neuen App?

Social-Media-Plattformen kommen und gehen, was gestern noch in war, ist heute schon wieder vergessen. Nun ist die Rede von einer neuen Plattform, dieses Mal auf Audio-Basis: Clubhouse. Diese neue Social-Media-Plattform wird gehypt, obwohl sie momentan nur von einem kleinen Kreis an Menschen genutzt wird. Doch was ist dran am Hype und was genau steckt hinter dieser App?

Cloud mit Social Media

Clubhouse ist eine neue Social Media App, aber anders als bei Facebook, Instagram und Whatsapp können User hier weder liken noch kommentieren oder teilen. Auch sind keine Fotos, Videos oder Texte abrufbar. Clubhouse ist vielmehr ein exklusives Audio-Netzwerk. Das gesamte Konzept basiert also auf reinen Audiodateien, vergleichbar mit Whatsapp-Sprachnachrichten. Der Austausch findet in virtuellen Räumen statt, die jeder Nutzer erstellen kann. Clubhouse ist quasi ein Mix aus Live-Podcast und virtueller Telefonkonferenz.

Jeder Nutzer und jede Nutzerin kann Räume neu eröffnen oder veröffentlichen und bestehenden Räumen beitreten. Ähnlich wie Radio- oder TV-Sendungen lassen sich Gesprächsrunden auch für bestimmte Zeiten planen. Erwähnenswert ist, dass es geschlossene und öffentliche Räume gibt. Beim Gespräch mit Freunden kann man den Raum für andere Nutzer unzugänglich schalten.

Im Raum selbst gibt es dann folgende Rollen: Moderatoren leiten die Diskussion und erteilen anderen Nutzern das Wort, steuern also, wer vor allen sprechen darf und wer nicht. Die Sprecher werden aktiv, sobald der Moderator ihnen das entsprechende Recht erteilt hat. Die Zuhörer schließlich bleiben bei der Runde passiv und hören zu.

In den USA existiert die App schon seit Längerem, nun ist auch Deutschland am Start und erlebt einen starken Boom. Vor allem bietet Clubhouse für zahlreiche Stars und solche, die sich dafür halten, sowie Influencern ein Forum, sich öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Celebrities wie Ashton Kutcher oder Paris Hilton bewirkten so zahlreiche Anmeldungen für die App. Hierzulande gehören Joko Winterscheidt und die Influencerin Caro Daur zu den bekannteren Namen.

Offiziell ist Clubhouse nicht öffentlich. Die App setzt auf das Prinzip der künstlichen Verknappung. Konkret bedeutet dies, dass nicht jeder einfach so teilnehmen kann. Die App gibt es aktuell nur für iPhones, künftig soll sie aber auch für Android-Smartphones nutzbar sein. Die Exklusivität resultiert daraus, dass eine direkte Anmeldung nicht möglich ist und man entweder von bestehenden Nutzern eingeladen wird oder sich auf eine Warteliste setzen lässt.

Kritisiert wird die neue App vor allem von Datenschützern, sie melden große Bedenken an. Vor allem die Einladungsmethodik wirft einige Fragen auf. Wer eine andere Person einlädt, muss der App nämlich Zugriff auf sein Adressbuch gestatten. Weiterhin höchst problematisch ist, dass Gesprächsrunden grundsätzlich mitgeschnitten werden.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)