20.07.2021

Bundesweites „Zentrum KlimaAnpassung“ für die Beratung von Kommunen

Kommunen, die auf Klima setzen, erhalten ab sofort Unterstützung von der Bundesregierung. Mit dem Start des „Zentrum KlimaAnpassung“ will Bundesumweltministerin Svenja Schulze Städten, Landkreisen und Gemeinden mit der Beratung für eigene Anstrengungen zur Klimaanpassung unter die Arme greifen. Zusammen mit den lokalen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen entwickeln die Experten des Zentrums individuelle Konzepte, in die deren Erfahrungen und Kompetenzen einfließen. Weitere Ziele und Maßnahmen liegen in der Schaffung einer öffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema sowie in der Vernetzung aller Akteure. Auch maßgeschneiderte Fortbildungsmöglichkeiten stehen auf der Agenda.

Landwirtschaft

Als Bestandteil des Drei-Punkte-Plans von BMU und kommunalen Spitzenverbänden zur Anpassung an den Klimawandel ist das „Zentrum KlimaAnpassung“ ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Nach Ansicht der Bundesumweltministerin treffen die Folgen des Klimawandels Städte, Landkreise und Gemeinden als Erstes. Aber auch für die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels sei eine umfassende Vorsorge nötig. Das mache die Kommunen zu Schlüsselakteuren bei der Anpassung. Dabei ist jede Kommune auf andere Weise betroffen. Während die eine Stadt immer wieder unter Hochwasser leidet und andere wiederum mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, sind die Großstädte von extremer Hitze betroffen. Jede einzelne Kommune hat ihr eigenes Problemfeld, das sie bekämpfen muss. Daher stellt Zentrum KlimaAnpassung „Lotsen“ zur Verfügung, die den Weg in Richtung klimaangepasste Kommune weisen. Klimaangepasste Städte und Landkreise können sich dabei mit mehr Lebensqualität zeigen: Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze lindern Hitze, all dies bereichert zudem die Artenvielfalt in der Stadt. Die Klimaanpassung soll auf ökonomischen Grundlagen erfolgen und einen Mehrwert für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft bringen, wie Svenja Schulze bekräftigt.

Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, gibt zu, dass die Kommunen stärkere finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder benötigen. Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags und Landrat des Kreises Ostholstein, begrüßt es, dass der Bund ebenso wie beim Klimaschutz nun auch die kommunale Klimaanpassung durch ein bundesweites Beratungsangebot für die Landkreise, Städte und Gemeinden unterstützt. Die Auswirkungen und Herausforderungen des Klimawandels seien in den Landkreisen bereits spürbar, aber stellten sich bundesweit betrachtet sehr unterschiedlich dar. Christoph Landscheidt, Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort, sieht die Anpassung an den Klimawandel als eine zentrale Zukunftsaufgabe der Kommunen. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt daher die Einrichtung des neuen Zentrums KlimaAnpassung als wichtigen Baustein einer gemeinsamen Klimaanpassungsstrategie von Bund, Ländern und Kommunen.

Nachdem im März 2021 die Bundesumweltministerin und die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände einen Drei-Punkte-Plan zum Klimawandel vereinbart hatten, ist nun das bundesweite Zentrum KlimaAnpassung für Kommunen ein wichtiger Teil des Vorhabens. Das Zentrum unterstützt deutschlandweit Kommunen und soziale Einrichtungen mit praxisnahen Beratungen, Förderinformationen, bereits bewährten Praxisbeispielen, Fortbildungen und Möglichkeiten zum Kontakt- und Erfahrungsaustausch rund um das Thema Klimaanpassung. Neben einer Telefon-Hotline können Kommunen virtuelle Beratungstermine über die Website www.zentrum-klimaanpassung.de buchen.

Ein weiteres Element des Drei-Punkte-Plans ist der Aufbau von lokalem, nachhaltigem Anpassungsmanagement über das BMU-Förderprogramm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“. Außerdem werden besonders innovative Projekte der Klimaanpassung über den Wettbewerb „Blauer Kompass“ ausgezeichnet, an dem Kommunen in einer eigenen Wettbewerbskategorie teilnehmen können. Bis Sommer 2021 wird das Wettbewerbsbüro seine Arbeit aufnehmen.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)