23.08.2019

Bürgermeister: Hauptberuflich oder ehrenamtlich?

Sollten Bürgermeister besser hauptberuflich arbeiten oder doch ehrenamtlich? Eine Frage, die viele Gemeinden vor der Kommunalwahl 2020 bewegt.

Frankfurter Römerberg mit Rathaus

In kleineren Kommunen mit wenigen Einwohnern steht der Gemeinderat gemäß Gemeindeordnung vor der Wahl: Soll die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister der Gemeinde haupt- oder ein ehrenamtlich dienen? Schließlich ist das Aufgabengebiet groß, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus sind viele und auch viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich zunehmend mehr Präsenz ihrer Politikerinnen und Politiker. Also, was tun? Was sind denn die Unterschiede? Hier drei Punkte, die es zu bedenken gilt.

Verdienst

Finanziell macht es oft einen großen Unterschied, ob ein Bürgermeister ehren- oder hauptamtlich tätig ist. Ein Erster Bürgermeister in Gemeinden wird verbeamtet und fällt in eine Besoldungsgruppe, die des Amts würdig ist. Zudem hat sie oder er einen ordentlichen Pensionsanspruch. Ehrenamtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern steht eine monatliche Aufwandsentschädigung zu. Sie kann, muss aber nicht nahe am Beamtenverdienst des hauptamtlichen Bürgermeisters liegen – der Gemeinderat legt erst nach der Wahl die endgültige Summe fest.

Arbeitszeit und Leistung

Gut, wenn die Vergütung für Haupt- und Ehrenamt nahe beieinander liegen – denn was Arbeitszeit und erwartete Leistung betrifft, gibt es natürlich kaum einen Unterschied. Die Wählerinnen und Wähler erwarten, dass ihre Bürgermeisterin oder ihr Bürgermeister täglich im Rathaus ist und alle Termine wahrnimmt. Ehrenamt hin oder her.

Wahlalter

Im Wahlalter liegt tatsächlich ein Unterschied, der in der Praxis immer wieder dazu führt, dass der Gemeinderat das Bürgermeisteramt zum Ehrenamt macht: Ein ehrenamtlicher Bürgermeister darf bei Amtsantritt älter als 65 Jahre sein. Dagegen darf, wer sich um den Posten eines hauptamtlichen Bürgermeisters bewirbt, bei seiner Wahl nicht älter als 65 sein.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)