10.12.2021

Angelockt vom Gänsebraten: Obdachlose erhalten Impfangebot

Ein Dilemma in der Pandemie ist die niedrige Impfquote in Deutschland. Anfang Dezember lag sie gerade einmal bei etwa 72 Prozent. Es gibt viele Bemühungen, dem entgegenzuwirken. So auch in Frankfurt. Dort hat sich die Bernd-Reisig-Stiftung etwas Besonderes einfallen lassen, um die Impfquote zu erhöhen. Zum alljährlichen Gänsebratenessen für Obdachlose wurden am 8. Dezember nur Geimpfte und Genesene eingelassen. Wer nicht unter die 2G-Regel fällt, durfte nicht in den Ratskeller gehen und musste draußen an Tischen unter Holzpilzen vorliebnehmen, wenn er oder sie einen Test vorweisen konnte.

gefälschte Impfausweise

Bei den erwarteten 500 Besuchern stellte sich die Frage, wie schnell und sicher auf Impfung oder Genesung getestet werden kann. Der Veranstalter Bernd Reisig ging von circa 350 vollständig Geimpften aus. Damit alle Besucher auch rechtzeitig am 8. Dezember vollständig geimpft waren, hatte Bernd Reisig zuvor, rechtzeitig am 28. Oktober, zu einem Konzert von Moses Pelham eingeladen, dazu gab es ein veganes Essen im Ratskeller und – eine Impfung. Der Plan ging auf: 250 Obdachlose sind gekommen, 138 davon waren schon vollständig geimpft. Reisig konnte dabei auf zahlreiche Unterstützer setzen, wie das Frankfurter Restaurant Kuli Alma, das die Speisen spendete.

Und noch ein weiteres Mal lockte Reisig im November mit kostenfreiem Essen, dieses Mal war es Currywurst im Foodtruck, um Obdachlose zur Impfung zu bringen. 147 Menschen erhielten die zweite schützende Spritze in den Arm.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)