17.07.2020

Aktuelle Sicherheitsstudie im Cyberbanking

Cyber-Angriffe auf Unternehmen werden zu einem zunehmenden Problem in der globalen Wirtschaft. Einer Studie der Marktforschungsagentur D-Rating zufolge sind nicht alle europäischen Geschäftsbanken gleich gut gewappnet, um sich gegen Cyber-Angriffe zu verteidigen. Die Banken der DACH-Region erzielen allerdings gute bis sehr gute Werten.

Informationsfreiheitssatzungen

Für die Banken haben sich im Zuge der Globalisierung Cyberrisiken zum größten Risiko überhaupt entwickelt. Insbesondere in Krisen wie der Corona-Pandemie wird dieses Risiko noch verstärkt. Aus diesem Anlass hat die Agentur D-Rating im Zeitraum vom 1. März bis zum 11. Mai 2020 60 Banken in 15 europäischen Ländern unter die Lupe genommen und untersucht, welche Maßnahmen sie während der Pandemie zur Cybersicherheit ergriffen haben. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass fünf Banken in Deutschland und Österreich über den Durchschnittswerten liegen. Das insgesamt beste Ergebnis unter allen bewerteten Marken wurde in der Schweiz erzielt.

In der DACH-Region untersuchte D-Rating das Sicherheitsniveau folgender Banken: in Österreich Erste Bank und Raiffeisenbank, die Schweizer Banken Crédit Suisse, Raiffeisen Group, UBS und Zürcher Kantonalbank sowie die Commerzbank, Deutsche Bank und HVB in Deutschland. Die IT-Analyse untersuchte Schwachstellen sowohl der Android-Anwendungen als auch der Webseiten der Banken. Dazu gehören die DNS-Integrität, IP-Reputation, Netzwerksicherheit, offengelegte Informationen und die Patching-Kadenz.

Laut Ergebnis der Studie bieten nicht alle europäischen Banken das gleiche Maß an Sicherheitsstandards. Große Unterschiede zeigen sich im Vergleich der Länder. So schneiden die Banken in den südeuropäischen Ländern schlechter ab als die Schweizer Banken, die an der Spitze liegen. Die Studie ergab auch, dass Neo-Banken bei Webplattformen im Durchschnitt besser abschneiden als etablierte Banken, aber nicht bei Apps. Es werden drei Gruppen von Banken unterschieden; die Top-6-Banken in Gruppe A sind BPER Banca (IT), ING (NL), Keytrade Bank (B), Marcus by Goldman Sachs (UK), Raiffeisen (Schweiz) und Santander UK (UK). Banken aus Deutschland und Österreich befinden sich laut Studie im oberen Mittelfeld.

Die Cyberattacken stellen auch in finanzieller Hinsicht ein wachsendes Problem dar. Entsprechend den Schätzungen der Industrie reichen die durch Cybervorfälle verursachten Kosten von 45 bis 654 Milliarden US-Dollar für die Weltwirtschaft im Jahr 2018, wie Fabio Panetta, Mitglied des EZB-Direktoriums, erklärt. Demnach sind die durchschnittlichen Kosten von Cybervorfällen in den letzten fünf Jahren um 72 Prozent gestiegen. Bis 2021 werden Unternehmen alle elf Sekunden Opfer eines Lösegeldangriffs werden.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin für Garten- und Landschaftsarchitektur.)