24.05.2019

Abtreten mit Stil – Tipps zur Amtsübergabe

Die Wahl ist vorbei. Sie wurden als Bürgermeister abgewählt. Ihr designierter Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Diese Übergangszeit kann sich ziehen. Hier ein paar Tipps, wie Sie diese Zeit noch gut nutzen können.

Mann bietet Hand

Nach der Wahl passiert meist erst mal erschreckend wenig – schließlich muss ja noch die Einspruchsfrist der Wählerinnen und Wähler abgewartet werden, bevor das Ergebnis gültig wird und der neue Bürgermeister tatsächlich sein Amt antreten kann. Bis dahin sind Sie, der „alte“, also noch im Amt und sollten diese besondere Zeit nutzen. Nun zeigen sich Ihr Führungsstil und Ihre Unternehmenskultur in besonderem Maße. Abtreten ist gar nicht so einfach, wie es klingt.

Zum einen gilt es nun Ihre vielfältigen Aufgaben noch einmal klar zu strukturieren und sich die unterschiedlichen Anforderungen vor Augen zu führen. Gerade wenn Sie lange Jahre im Amt waren oder sich vielleicht in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden, sind im Laufe Ihrer Amtszeit sicherlich zahlreiche Kontakte und Verantwortlichkeiten entstanden. Machen Sie sich erst einmal rein menschlich klar, wen Sie wie verabschieden möchten und welcher Kontakt in welcher Form auch für Ihren Nachfolger von Nutzen sein könnte. Laden Sie Ihre engsten Kontakte noch einmal ein – und drücken Sie Ihre Dankbarkeit aus. Auch wenn Sie nun Ihre Wirkungsstätte wechseln: Man sieht sich immer zweimal im Leben! 

Zum anderen gilt es natürlich inhaltlich Ihre Aufgaben zu strukturieren, um sie übergeben zu können. Sei es das Repräsentieren nach außen mit unzähligen Terminen – von der Kita-Grundsteinlegung bei Wind und Wetter bis hin zum glamourösen Medienevent. Sei es Ihre Funktion qua Amt in allen städtischen Unternehmen wie Stadtwerken und Kliniken als Geschäftsführer, Gesellschaftervertreter oder Aufsichtsratschef. Sei es die Mitgliedschaft im Städte- und Gemeindebund. Und nicht zuletzt Ihre Funktion als Chef der Rathausverwaltung mit Ihren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. All diese Ämter abschließend zu sortieren und zu strukturieren, kostet Zeit. Eine Zeit, die Ihnen durch die Einspruchsfrist nach einer Wahl zur Verfügung steht. 

Und was ist vielleicht der wichtigste Rat, den Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben könnten? Ganz klar: Sich klar zu machen, dass die ganze Aufmerksamkeit, die einem zuteil wird, nicht der eigenen Person gilt, sondern dem Amt. Das schützt vor Amtsmissbrauch und sortiert die Prioritäten. Denn Priorisieren, das will als Bürgermeister wirklich gelernt sein!

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)