25.08.2022

Abstellen von E-Tretrollern wird zum Problem

Man sieht sie mittlerweile überall, zuweilen stolpert man fast über sie: die E-Tretroller. Zum einen ist es erfreulich, dass die umweltschonenden und leisen Fahrzeuge für Kurzstrecken so beliebt sind, in vielen Städten werden sie aber auch zunehmend zum Problem, weil sie einfach überall abgestellt werden.

E-Scooter free-floating

Die Stadt München geht dieses Problem nun an und hat erlassen, dass ab 5. August 2022 E-Tretroller innerhalb des Altstadtrings nur noch auf entsprechend markierten Flächen zurückgegeben werden. Das Abstellen der E-Tretroller außerhalb der markierten Flächen bedeutet automatisch ein Fortlaufen der Mietzeit und kann somit für Nutzerinnen und Nutzer kostspielig werden. Die gesamte Altstadt wird somit faktisch flächendeckend eine Parkverbotszone. Dem vorausgegangen ist die Einrichtung von Fahrverbotszonen in der Altstadt. In einem ersten Schritt im Mai wurden insgesamt 24 Abstellflächen in der Altstadt aktiviert, diese werden nun um weitere Abstellflächen ergänzt. Das zukünftige Abstellnetz besteht dann aus 43 Abstellflächen innerhalb des Altstadtrings.

Oberbürgermeister Dieter Reiter erklärt, dass die Situation mit wahllos in der Altstadt abgestellten E-Tretrollern dringend verbessert werden musste. Die neue Regelung solle verhindern, dass E-Tretroller dort abgestellt werden, wo sie Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, behindern oder gar gefährden könnten. Das künftige Abstellnetz sei sehr dicht und damit auch sehr nutzerfreundlich. Reiter zeigte sich bei allen Beteiligten für die Kooperation dankbar, er erwarte aber gleichzeitig, dass die Anbieter gegenüber ihren Kundinnen und Kunden weiter intensiv auf eine Nutzung der neuen, eigens eingerichteten „Parkplätze“ für die E-Scooter hinweisen.

Die Stadt München hat die Nutzung gesonderter Abstellflächen für E-Tretroller als ein Pilotprojekt lanciert, das derzeit noch evaluiert wird. Erweist es sich als erfolgreich, so werden diese Flächen dauerhaft eingerichtet. Ein erstes Fazit über die Wirksamkeit der ersten 24 Abstellflächen in den vergangenen Wochen falle nach Meinung der Beteiligten durchweg positiv aus: „Die Nutzerinnen und Nutzer nehmen die Abstellflächen positiv auf, und die Maßnahmen seitens der Anbieter tragen zum Großteil zur Wirksamkeit dieser Abstellflächen bei“, wie Mobilitätsreferent Georg Dunkel erklärt.

Das Mobilitätsreferat geht zudem davon aus, dass sich mit der Deklarierung zusätzlicher Abstellflächen und der Inbetriebnahme des stationsbasierten Abstellsystems die Auslastung der bis jetzt weniger angenommenen Abstellflächen erhöhen wird. Darüber hinaus kann es immer wieder vorkommen, dass aufgrund von Veranstaltungen auf innerstädtischen Plätzen einzelne Abstellflächen nicht zur Verfügung stehen.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)