28.11.2019

Abbiegen für Fahrradfahrer muss sicherer werden!

Nüchtern lautet die Opferstatistik jedes Jahr: rund 660 verletzte Radfahrer und 70 Tote. Etwa ein Drittel von ihnen stirbt, weil Lkw-Fahrer sie beim Abbiegen übersehen. Dabei wären viele der tragischen Zusammenstöße vermeidbar.

Fahrradstraße

Gefahr droht Fußgängern und Fahrradfahrern stets dann, wenn sie sich neben abbiegenden Autos befinden: Sie sind besonders für Fahrer von Lkws oder Bussen möglicherweise komplett unsichtbar. Dabei gibt es längst Möglichkeiten, die – besonders in Kombination – die Gefahr deutlich senken und Leben retten können: elektronische Abbiegeassistenten für Lkws, Wärmesensoren am Fahrzeug und – die bei weitem kostengünstigste Lösung – sogenannte „Trixi“-Spiegel, die unterhalb jeder Ampel angebracht werden können. Welche dieser Lösungen in Ihrer Kommune am praktikabelsten ist, gilt es herauszufinden, bevor etwas passiert.

Generell gilt im Straßenverkehr: Je größer das Fahrzeug ist, umso mehr Verantwortung trägt der Fahrer. Als größter und stärkster Verkehrsteilnehmer muss man sich in die Perspektive aller anderen hineinversetzen und für sie mitdenken – egal ob Autos, Radfahrer oder Fußgänger. Doch einem Lastwagen sind auch Grenzen gesetzt: Ein 40-Tonner braucht nun einmal seine Zeit beim Anfahren, er muss weit ausholen beim Abbiegen, und vor allem kann der Fahrer nicht mal eben aus dem Führerhaus steigen, um den toten Winkel einzusehen.

Prävention fängt hier, wie so oft, bereits in den Schulen an: Schon im Zusammenhang mit der Fahrradprüfung in der 4. Klasse gilt es, den Schülerinnen und Schülern klar zu vermitteln, worauf zu achten ist, wenn man neben einem Lkw fährt, und was ein toter Winkel ist. Auch wäre es sicherlich sinnvoll, wenn sich Fahrschülerinnen und Fahrschüler schon bei Pkw-Fahrprüfungen einmal ins Fahrerhaus eines Lkw setzen müssten. Wer einmal ein Gefühl dafür bekommen hat, wie eingeschränkt das Sichtfeld dort oben ist, was man von dort alles nicht sieht, wird sich selbst in Zukunft im Straßenverkehr anders verhalten.

Technische Mittel und frühestmögliche Aufklärung: zwei Wege zum selben Ziel. Machen Sie mit und setzen Sie sich ein für die Sicherheit an den Kreuzungen in Ihrer Kommune! Da kann mit wenigen Mitteln in Zukunft einiges besser werden.

Autor: Magdalena Herbrecht (Magdalena Herbrecht ist Kulturwissenschaftlerin und Fachjournalistin für Energie/Nachhaltigkeit.)