23.04.2018

Wartung von Feststellanlagen

Feststellanlagen sind vor allem dann sinnvoll, wenn Brandschutztüren aus betrieblichen Gründen häufig offen gehalten  werden müssen und/oder Arbeitnehmer immer wieder dazu neigen, diese durch mechanische Hindernisse wie Keile dauerhaft offen zu halten. Da der Schließvorgang komplex ist, sind oft Wartungsarbeiten durch geschultes Personal oder Fachunternehmen vorzunehmen.

Brandschutztür

Türöffnungen zwischen verschiedenen Gebäudeteilen sollten stets verschlossen werden, denn Rauchentwicklungen können sich schnell verbreiten und Arbeitnehmer gefährden, bevor der Brand selbst bemerkt wird. Im Ernstfall könnten Flucht- und Rettungswege nicht mehr begehbar sein, was sogar Lebensgefahr bedeuten kann.

Brandschutztüren schließen deshalb immer automatisch – wenn man sie denn lässt. Denn im betrieblichen Alltag erscheint dies oft lästig, man lässt die Brandschutztüren offen und unterläuft so deren eigentlichen Sinn. Für einen Brandschutzbeauftragten ist es deshalb eine nie endende Aufgabe, mit offenen Augen durch den Betrieb zu gehen
und beim Entdecken von Holzkeilen oder Gegenständen, die den Schließmechanismus behindern, einzuschreiten. Wenn es jedoch immer wieder wegen betrieblicher Notwendigkeiten zu Fehlverhalten kommt, sind selbstschließende Brandschutztüren mit Feststellanlage die bessere Alternative.

Fehlerquelle Inbetriebnahme

Bei Feststellanlagen greifen mehrere Gewerke ineinander (Rohbau, Metallbau, Elektro). Deshalb
sollten die Erstabnahme und die erste Wartung besonders sorgfältig vorgenommen werden, da durch
fehlende Koordination zwischen den Gewerken oft Fehler passieren. Die Abnahme ist durch ein Abnahmeschild mit Datum zu dokumentieren.

Aufgaben im Rahmen von Wartungsarbeiten

Jede Feststellanlage hat im Prinzip die gleichen Komponenten: Es gibt eine Branderkennung (z. B. Rauchmelder), die Tür selbst, eine Steuereinheit, einen Türhaftmagnet mit Ankerplatte oder einen Türschließer sowie einen Türantrieb mit Energieversorgung.

Hinzu kommt ein Handauslöseschalter, mit dem die Tür auch manuell geschlossen werden kann. Der betriebliche Brandschutz ist nach DIN 14677 verpflichtet, mindestens einmal jährlich solche Feststellanlagen zu warten. Zunächst
ist der ordnungsgemäße Schließvorgang zu beobachten.

Dabei müssen Elemente wie die Schließkrafteinstellung, der Endschlag, die Schließzeit, die Öffnungsdämpfung und die Schließverzögerung betrachtet und gegebenenfalls optimiert werden.

Neben den Funktionsprüfungen ist zu beurteilen, ob sich Umwelteinflüsse geändert haben oder bauliche Änderungen/Wechselwirkungen die Feststellanlage negativ beeinflussen. Beim Austausch einer
Komponente ist zu prüfen, ob die neu eingesetzte Komponente in der Zulassung der Feststellanlage, die für die Erstabnahme zugrunde gelegt wurde, enthalten ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss die Feststellanlage neu abgenommen werden.

Recht

Die DIN 14677 setzt für die Instandhaltung einer Feststellanlage einen Kompetenznachweis voraus.
Der Instandhalter muss eine zertifizierte Fachkraft für Feststellanlagen sein („Sachkunde für Feststellanlagen“).

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Autor: Markus Horn