15.03.2021

Technischer Brandschutz: So sparen Sie im Ernstfall Zeit

In nur wenigen sicherheitsrelevanten Bereichen kommt es so sehr „auf jede Minute“ an wie beim Brandschutz. Denn Feuer kann sich rasend schnell ausbreiten und in kürzester Zeit unfassbar hohe Schäden verursachen. Genau hier zeigen sich die Stärken des technischen Brandschutzes, dessen Maßnahmen automatisiert ausgelöst werden und selbsttätig ablaufen: Denn je eher ein Brand entdeckt und gemeldet wird, desto erfolgreicher kann er auch bekämpft werden und desto ungefährdeter sind und bleiben alle Personen. Lesen Sie jetzt mehr über die Möglichkeiten und Vorteile automatisierter Brandmelde- und Brandlöschanlagen im Rahmen des technischen Brandschutzes.

Rauchmelder

Technischer Brandschutz verschafft Ihnen bei der Brandbekämpfung einen großen Zeitvorteil, weil automatisierte Abläufe die Reaktionszeiten minimieren und weil sie eine schnelle Brandbekämpfung bzw. Evakuierung von Personen ermöglichen.

Zum technischen Brandschutz gehören z.B.:

  • automatisierte Brandmeldeanlagen
  • Rauchabzugsanlagen
  • automatische Feuerlöschanlagen

Was automatische Brandmeldeanlagen alles können

Automatische Brandmeldeanlagen reagieren in der Regel auf Rauch, Gase, Strahlungen von Flammen und auf Wärme. Welche Anlagen jeweils eingesetzt werden, hängt oft von der Größe der zu überwachenden Fläche ab.

Sie können als Voll- oder Teilschutz, als Schutz von Fluchtwegen oder als Einrichtungsschutz ausgelegt sein. Die Anlagen sind dabei meist multifunktional.

Mögliche Funktionen automatischer Brandmeldeanlagen:

  • Alarmieren von anwesenden Personen
  • Meldung bei der Feuerwehr
  • Steuerung von Brandschutztüren
  • Steuerung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
  • Aktivierung von Löschanlagen
  • Bereitstellung von Objektschlüsseln (Feuerwehrschlüsseldepot)

Neben diesen automatisierten Anlagen gibt es natürlich immer auch noch die sog. Handfeuermelder, die manuell per Druckknopf ausgelöst werden. Aber wegen des Zeitfaktors sollten Sie, wenn immer möglich, automatisierte Brandschutzeinrichtungen manuellen Lösungen vorziehen.

Welchen wichtigen Beitrag Rauchabzugsanlagen leisten

Technischer Brandschutz baut ferner auf Rauchabzugsanlagen, die Flucht- und Rettungswege von Rauch frei halten und so Menschen eine gefahrlosere Flucht ermöglichen. Rauchabzugsanlagen sind oft mit Wärmeabzugsanlagen zur Erhaltung des Feuerwiderstands von Gebäuden kombiniert.

Natürliche Rauchabzüge nutzen die Thermik und leiten den Rauch durch Wand- oder Dachöffnungen ins Freie. Dabei muss sichergestellt sein, dass der natürliche Rauchabzug ausreichend ableitet. Ist dies nicht der Fall, muss die Ableitung mit Ventilatoren unterstützt werden.

Maschinelle Rauchabzüge saugen den Rauch direkt ab oder verhindern – etwa in Treppenräumen – per Rauchdifferenzdruckanlage, dass Brandrauch in den Raum eindringt.

Ein wesentlicher Vorteil maschineller Rauchabzüge besteht darin, dass sie bereits bei geringer Wärmeleistung wirken. So saugen sie schon in der Brandentstehungsphase noch relativ kühlen Rauch ab, ohne dass dazu eine Thermik vorhanden sein muss.

Welche automatischen Feuerlöschanlagen es gibt und wo sie eingesetzt werden sollten

Wenn Plätze und Räume mit hohem Personenaufkommen (z.B. Kaufhäuser, Versammlungsstätten), hochwertige Industriebauten oder wichtige Anlagenteile z.B. in der IT geschützt werden sollen, spricht vieles für den Einbau einer stationären Feuerlöschanlage.

Der große Vorteil besteht darin, dass stationäre Feuerlöschanlagen Brände direkt nach der Entstehung bekämpfen. Häufig sind dabei Branderkennung und Alarmierungseinrichtung kombiniert, sodass ein vollautomatischer Prozess ablaufen kann. Stationäre Wasserlöschanlagen gibt es meist als Sprinkler, aber auch als Sprühwasserlöschanlage oder als Wassernebellöschanlage:

  • Sprinkleranlagen sind in der Regel durch Glasfässchen verschlossen, die bei Wärmeeinwirkung einen Überdruck erzeugen und platzen. Dadurch ist sichergestellt, dass nur die Düsen im Brandbereich aktiviert werden.
  • Sprühwasserlöschanlagen arbeiten ähnlich wie Sprinkleranlagen. Allerdings verfügen sie über keine Glasfässchen; vielmehr sind die Düsen unverschlossen. Im Brandfall wird aus allen Öffnungen gleichzeitig Löschwasser gesprüht.
  • Wassernebellöschanlagen erzeugen im Brandfall einen dünnen Wassernebel. Dies kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn größere Mengen Wasser mehr Schaden anrichten können als der Brand selbst.

Andere stationäre Löschanlagen arbeiten mit Gas, Pulver, Schaum und Aerosolen.

Immer wichtig: mobile Feuerlöscheinrichtungen

Auch mobile Feuerlöscheinrichtungen gehören zum technischen Brandschutz. Nur so können Beschäftigte einen Entstehungsbrand bekämpfen. Unter diesen Begriff fallen nach ASR A2.2 trag- oder fahrbare Feuerlöscher, Löschschläuche (Wandhydranten) und jede Form von handbetriebenen Geräten zur Brandbekämpfung. Mindestanforderung ist, dass auf jeden Fall tragbare Feuerlöscher in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Sie müssen jederzeit einsatzbereit sein.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass mit Löschdecken, wie sie früher vor allem zur Fettbrandbekämpfung genutzt wurden, nicht nur keine effektive Löschung von Bränden möglich ist, sondern dass auch die löschenden Beschäftigten ein hohes Verletzungsrisiko eingehen. Stellen Sie stattdessen besser Fettbrandlöscher bereit.

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Autor: Markus Horn