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24.03.2016

Sprinkleranlagen könnten laut bvfa die Opferzahlen nach Bränden in Alten- und Pflegeeinrichtungen senken

Sprinkleranlagen könnten Leben retten, wenn man sie auch nutzen würde. Dieses Fazit zieht der bvfa (Bundesverband Technischer Brandschutz e. V.) in seiner jüngsten Bilanz. Dass ein Umdenken dringend erforderlich ist, zeigt eine Statistik des bvfa: Bei Bränden in Alten- und Pflegeheimen ist die Zahl der Toten und Verletzten im Jahr 2015 weiter gestiegen.

Sprinkleranlagen können im Gesundheitswesen die Opferzahlen im Brandfall   stark reduzieren.© cyano66/​iStock/​Thinkstock

Ein stärkere Nutzung von Sprinkleranlagen würde die Folgen von so manchem Brand in einer sozialen Einrichtung wesentlich mildern. Insbesondere die jährlich steigende Zahl von Toten und Verletzten muss nicht sein, so der bvfa.

Sprinkleranlagen könnten Schlimmeres verhüten

Waren es 2014 noch 11 Tote, so wurden im vergangenen Jahr bereits 15 Menschen Opfer von insgesamt 111 Bränden in sozialen Einrichtungen. Und die Zahl der Verletzten verdoppelte sich im gleichen Zeitraum gar auf 329.
Erschreckende Opferzahlen, dabei könnten Sprinkleranlagen mit einem Wirkungsgrad von 98% bei Feuerunfällen  erwiesenermaßen schützen und damit Gesundheit und Leben retten. Noch immer aber werden diese Brandschutzschutzeinrichtungen nach Angaben des bvfa viel zu selten installiert.

Neues bvfa-Merkblatt informiert über Sprinkleranlagen

Nun möchte der bvfa mit seinem neuen Merkblatt „Sichere Stromversorgung von Sprinklerpumpen für Wohnbereiche und soziale Einrichtungen“ darauf aufmerksam machen. Aufklärung tut bei diesem Thema Not, Unkenntnis und Unsicherheit sind bei vielen Entscheidern ein bisher hemmendes Kriterium. Das Papier beschreibt daher auch ausführlich die Anforderungen an die Stromversorgung von Sprinkleranlagen in Wohnnutzungen und sozialen Einrichtungen.

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Im Durchschnitt brennt es in Alten- oder Pflegeheimen mehr als zweimal pro Woche. Schlimmste Verletzungen und vor allem Tote ließen sich verhindern, denn die technischen Möglichkeiten dafür gibt es längst. Die Funktionsweise von Sprinkleranlagen ist so simpel wie effektiv: Brände werden automatisch erkannt und gleich im Anfangsstadium eingedämmt bzw. gelöscht. Zudem werden die Rauchentwicklung und deren Gefahren minimiert. Und offenbar wurde in Deutschland noch kein einziges Todesopfer nach einem Brand verzeichnet – wenn eine funktionierende Sprinkleranlage die Wohnung oder die Pflegeeinrichtung überwacht hat.

Verzicht auf Sprinkleranlagen wegen fehlender gesetzlicher Pflicht?

Es sprechen also viele gute Argumente für den Einbau einer Sprinkleranlage. Entscheidend ist die zuverlässige Stromversorgung der Anlagen. Die sogenannte „Sprinklerschaltung“ sorgt dafür, dass auch bei Störungen oder Stromausfall im Rest des Gebäudes die Stromzuführung der Sprinkleranlage funktioniert. Und mit seinem neuen Merkblatt  „Sichere Stromversorgung von Sprinklerpumpen für Wohnbereiche und soziale Einrichtungen“, liefert der bvfa auch wichtige praktische Hintergrundinformationen hinsichtlich der technischen Anforderungen.

Wer sich – trotz bisher bundesweit noch fehlender gesetzlicher Vorschriften – Gedanken über die freiwillige Installation einer Sprinkleranlage in seinem Gebäude macht, findet darin nützliche Hinweise und Lösungen zu Planung und Einbau. Aber auch für Bauherren, die aufgrund baurechtlicher oder versicherungstechnischer Auflagen über eine Sprinkleranlage entscheiden müssen, sind die Informationen hilfreich. Aus Sicherheitsgründen sollte der Einsatz einer automatischen Löscheinrichtung ohnehin zu überlegen sein.

Tipp: Auf der Internetseite des bvfa kann das Merkblatt Sprinkleranlagen, das der Arbeitskreis Sprinkleranlagen in Wohn- und Pflegeheimen veröffentlicht hat, kostenlos heruntergeladen werden.

 

Autor: WEKA Redaktion 

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