04.08.2016

Was Sie bei Rechenzentren im Brandschutz beachten müssen

Notausgang

Ein Rechenzentrum (RZ) bezeichnet sowohl einen Raum, in dem IT-Infrastruktur untergebracht ist, als auch die Abteilung bzw. Organisation, die sich mit IT-Aufgaben befasst. Meist waren Rechenzentren einer Einrichtung wie beispielsweise einer Verwaltung oder einer Universität zugeordnet, die täglich große Datenmengen verarbeiten mussten. In der heutigen Zeit werden Rechenzentren aufgrund von organisatorischem und infrastrukturellem Aufwand immer häufiger outgesourct.

Dank der fortschreitenden Technik können Rechenzentren als Organisationen ihren Unternehmen eine zunehmend redundantere Infrastruktur bereitstellen. So kann der Schaden beim Ausfall eines Servers so gering wie möglich gehalten werden. Die organisatorische Aufteilung eines Rechenzentrums sieht eine Dreiteilung in die Bereiche Systemtechnik, Systemverwaltung und Operating vor. Die Raumaufteilung eines Rechenzentrums erfolgt in der Regel zweigeteilt, wobei in einem Raum die eigentliche IT-Infrastruktur untergebracht ist und sich in dem anderen Raum eine Klimaanlage sowie Löschmittel befinden.

Besonderheiten eines Rechenzentrums

Ein Rechenzentrum beherbergt oft sehr sensible Technik. Daher gilt es, einen hohen Sicherheitsstandard anzustreben. Gerade im Hinblick auf den Brandschutz eines Rechenzentrums sollte darauf gesteigerter Wert gelegt werden. Die folgenden Fragen können dabei als Orientierung dienen:

  • Wurde vor der Installation des Rechenzentrums für den Serverraum eine ausführliche Brandrisikoanalyse durchgeführt?
  • Sind die Risiken bekannt, die entstehen, sobald eine Klimaanlage fehlt bzw. die Lüftung fehlerhaft ist?
  • Existiert eine Notstromversorgung?
  • Wurden Verhaltensregeln für die Mitarbeiter aufgestellt?

Unter anderem diese Fragen gilt es im Vorfeld der Einrichtung eines Rechenzentrums zu berücksichtigen.

Brandschutz im Rechenzentrum

Die DIN 44300 definiert eine Datenverarbeitungsanlage als Gesamtheit aller Bauteile eines Rechenzentrums. Dadurch ergibt sich die große Bedeutung des Brandschutzes im Rechenzentrum, da dieses oft den zentralen Kern der IT-Landschaft im Unternehmen darstellt.

  • Für Wände, Böden und Decken empfiehlt sich mindestens die Feuerwiderstandsklasse F 90.
  • Für Datenleitungen und Stromkabel sollten feuersichere Brandschotten verwendet werden.
  • Die Klimatisierung/Lüftung sollte in einem gesonderten Raum untergebracht werden, ebenso wie die Energieversorgung, damit auch eine Notstromversorgung sichergestellt werden kann.
  • Versorgungsleitungen (Wasser und Gas) sollten nicht durch den Bereich des Serverraums bzw. Rechenzentrums führen.
  • Für den Serverraum bzw. das Rechenzentrum sollte absolutes Rauchverbot gelten.
  • Es empfiehlt sich, Zutrittsregelungen für das Rechenzentrum und den Serverraum zu implementieren.
  • Serverraum und Rechenzentrum eignen sich nicht für die Lagerung brennbarer Materialien.

 

Autoren: Oliver Schonschek (Diplom-Physiker, IT-Analyst und Fachjournalist), WEKA

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