04.11.2022

Rauchmelder richtig prüfen und austauschen

Rauchmelder warnen Personen frühzeitig vor Brandrauch und Bränden, sodass sie entsprechend reagieren können. In diesem Beitrag finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Rauchmelderprüfung: ✔ Wie oft müssen Sie Rauchmelder prüfen? ✔ Wer ist verantwortlich? ✔ Welchen Umfang muss die Prüfung haben? ...

Mann ist am Rauchmelder pruefen.

Rauchmelder regelmäßig zu prüfen und instand zu setzen gebietet schon der gesunde Menschenverstand. Im Notfall müssen Rauchmelder zuverlässig funktionieren. Fehlalarme hingegen braucht es nicht.

Rauchmelder prüfen ‒ die zentralen Regelungen

Pflicht beim Prüfen der Rauchmelder: Anwenden der aktuellen technischen Regeln. Das sind üblicherweise:

  • DIN VDE 0833-1:2014-10 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall ­ ­Teil 1: Allgemeine Festlegungen“
  • DIN VDE 0833-2:2017-10 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall ­ Teil 2: Festlegungen für Brandmeldeanlagen“
  • DIN 14675-1:2020-01 „Brandmeldeanlagen ­ Teil 1: Aufbau und Betrieb“

Die VdS 2095 kann die DIN VDE 0833-1 und -2 ersetzen.

Da diese Regelwerke weitestgehend gleich lauten, nimmt der weitere Text nur auf die DIN-VDE-Normen Bezug. Die Baugenehmigung und das Brandschutzkonzept können natürlich abweichende Anforderungen stellen, in der Regel beziehen sie sich aber nur auf die Projektierung der Brandmeldeanlagen und nicht auf ihren Betrieb.

Wie oft sind Rauchmelder zu prüfen?

Erstellen Sie für jeden Rauchmelder einen Prüfplan für die Inspektionen. Dort halten Sie die Prüfintervalle und die durchzuführenden Prüftätigkeiten fest. Dabei müssen Sie auf die Herstellervorgaben achten. Üblicherweise müssen Sie nach DIN VDE 0833-1 die Rauchmelder etwa alle drei Monate prüfen (viermal jährlich in möglichst gleichen Zeitabständen). Aber es gibt Ausnahmen.

Wenn punktförmige Rauchmelder mit Driftkompensation eingesetzt werden, die in der Lage sind, bei Erreichen der Kompensationsgrenzen selbsttätig eine Meldung (Wartungsanforderung) auszugeben, dürfen die Zeitabstände für Inspektionen auf ein Jahr verlängert werden. Dazu muss Ihr Betrieb jedoch mindestens zweijährige, durchgängige Erfahrungen mit dem bestimmungsgemäßen Betrieb der Brandmeldeanlage vorliegen (Falschalarme bei maximal einem von 200 Meldern), die lückenlos dokumentiert sind. Der Betreiber der Brandmeldeanlage muss außerdem zusichern, dass er das Sicherungskonzept anpasst, wenn sich die Nutzung oder das Gebäude verändert. Ausfall oder Störungen der Anlage müssen Sie einer ständig besetzten Stelle melden, die die unverzügliche Instandsetzung veranlasst.

Welchen Umfang hat die Rauchmelderprüfung?

Mindestens einmal jährlich sollen dabei alle Melder ausgelöst werden. In der Praxis wird bei vierteljährlichen Inspektionsintervallen bei jeder Inspektion ein Viertel der Melder ausgelöst, um bei jeder Inspektion in etwa den gleichen Prüfaufwand zu haben. Neben der Funktionsprüfung sollten Sie die Rauchmelder auch visuell prüfen (äußere Schäden, Beschriftung, Anbringung, Abstand zu Einrichtungen usw.).

Wann müssen Sie Rauchmelder austauschen?

Sie müssen Rauchmelder regelmäßig entsprechend den Herstellerangaben austauschen. Die Austauschfristen können bis zum Auftreten von Fehlermeldungen verlängert werden, wenn bei der jährlichen Überprüfung ein vom Hersteller vorgegebenes Prüfverfahren angewendet wird, mit dem das vom Hersteller festgelegte Ansprechverhalten nach dem entsprechenden Normenteil der Normenreihe DIN EN 54 überprüft und nachgewiesen werden kann.

Können Sie diese Prüfverfahren jedoch nicht anwenden, so gilt: Automatische punktförmige Brandmelder mit Verschmutzungskompensation oder automatischer Kalibriereinrichtung mit Anzeige bei einer zu großen Abweichung können bis zu acht Jahre im Einsatz bleiben. Die Funktionsfähigkeit des Brandmelders muss aber nachgewiesen sein. Haben automatische punktförmige Brandmelder keine Verschmutzungskompensation und keine automatische Kalibrierung, müssen Sie sie nach fünf Jahren austauschen.

Ausgetauschte Melder dürfen Sie wieder in Betrieb nehmen, wenn sie einer Werkprüfung und -instandsetzung unterzogen wurden. Den Austausch der Melder führen in der Regel Wartungstechniker im Rahmen der regelmäßigen Inspektionen durch. Der Betreiber muss den Austausch deshalb nicht gesondert beauftragen. Daher ist es wichtig, dass Sie für die Rauchmelder einen Prüfplan (siehe oben) erstellt haben.

Wo finden Sie weitere Infos zur Prüfung von Rauchmeldern?

Informationen über die Prüfintervalle und den Umfang der durchzuführenden Tätigkeiten finden Sie in der Anlagen- und Bauteildokumentation, die der Anlagenerrichter dem Betreiber bei der Inbetriebnahme der Rauchmelder übergeben hat. In der Praxis werden diese Dokumente insbesondere bei Neuanlagen häufig dem Fachplaner oder dem Generalunternehmer übergeben. Diese reichen die Dokumentation dann an den Betreiber weiter. Der Betreiber ist dafür verantwortlich, dass ihm die Dokumentation vorliegt. Die Dokumentation muss er spätestens bei der Abnahmeprüfung durch einen Sachverständigen vorlegen.

Wer darf Rauchmelder prüfen?

Die Verantwortung zur Durchführung der Inspektionen der Rauchmelder liegt beim Betreiber. Er ist auch dafür verantwortlich, dass die Arbeiten von geeigneten Firmen bzw. Personen durchgeführt werden.

Dokumentation der Rauchmelderprüfung

Die durchgeführten Tätigkeiten müssen Sie im Betriebsbuch dokumentieren. Bei wiederkehrenden Sachverständigenprüfungen müssen Sie die durchgeführten Inspektionen nachweisen können. Dazu ist es unter Umständen erforderlich, dass auch die Anlagen- und Bauteildokumentation (siehe oben) vorliegt.

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Autor*in: Ansgar Richter