19.10.2020

Neueste Entwicklungen in der Normung von Feuerlöschspray

Die kleinen Löschgeräte auf Basis von Spraydosen gelten als wirksam, sofern die Reaktionszeit nach Ausbruch eines Entstehungsbrands sehr kurz ist und sie den relevanten Normen entsprechen. Welches die relevanten Normen sind? Lesen Sie in diesem Beitrag mehr darüber.

Dose mit Feuerlöschspray bekämpfr ein Feuer

Entstehungsbrände erreichen nach kurzer Zeit ein solches Ausmaß an Hitze, Intensität und gefährlichem Brandrauch, dass ein Einsatz von Feuerlöschspray, auch mehrerer Spraydosen gleichzeitig, keinen Erfolg mehr bietet. Im Gegenteil könnte die sie bedienende Person dann in höchstem Maße gefährdet sein. Also gilt es unbedingt die gesetzlichen Grundlagen zu beachten.

Die neue EN 16856

Eine wesentliche Basis ist seit Neuestem die europäische Norm DIN EN 16856 „Portable aerosol dispensers for fire extinguishing purposes“. Sie ist im Juni 2020 in Deutschland unter dem deutschen Titel „Feuerlöschsprays“ erschienen und löste damit die nationale DIN SPEC 14411 automatisch ab. Der Anwendungsbereich der neuen Norm ist – genauso wie in der zuvor gültigen DIN-SPEC-Norm – der Löscheinsatz durch anwesende, ungeübte Personen im häuslichen Bereich. Ein Ersatz der Feuerlöscher nach DIN EN 3 ist nicht vorgesehen.

Die neue Norm beschreibt Kleinstlöschgeräte mit einem Einwegbehälter gemäß der europäischen Aerosolrichtlinie für Spraydosen. Somit sind das Volumen auf maximal einen Liter Inhalt und die Löschmittelmenge technisch auf maximal 0,7 Liter begrenzt. Da die Aerosolrichtlinie alle Einwegspraydosen für den Endverbrauch(er) mit in der Regel geringem Anspruch an längere Dichtheit, Funktionssicherheit, Sprühweite oder Leistungsfähigkeit beschreibt, ist es notwendig gewesen, die speziellen Anforderungen an eine Spraydose für den Einsatz zur Brandbekämpfung neu zu definieren. Auch die Anforderungen an die Geräte werden in der DIN EN 16856 detailliert beschrieben.

Nachteile von Feuerlöschspray

Dennoch gilt es, die Vor- und Nachteile einer solchen Anschaffung abzuwägen. Denn: Obwohl die Löschsprays wartungsfrei sind, erzeugen sie durch den ständigen Nachkauf auf Dauer weitere Kosten, die den scheinbaren Vorteil einer Wartungsfreiheit wieder aufheben können. In Arbeitsstätten käme gemäß der ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ auch noch eine höhere erforderliche Anzahl an Brandschutzhelfern (inkl. deren Bestellung und Ausbildung) hinzu.

Ein weiterer Aspekt ist die Frage der Nachhaltigkeit. Die Ausstattung mit Feuerlöschspray erzeugt eine vielfach höhere Menge an Abfällen und zu entsorgenden Löschmittelresten. Aus ökologischen Gesichtspunkten ist daher wiederverwendbaren Löschgeräten der Vorzug zu geben.

Der mögliche Einsatz sowie die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit von Feuerlöschspray sollte sorgfältig überprüft werden.

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Autoren: Lothar Jauck , Christine Lendt