Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
09.02.2015

Menschen mit Handicap

Brandereignisse oder andere Notfälle sind für jeden Menschen eine außerordentliche Herausforderung. Nicht selten kommt Panik auf, das rationale Denken ist teilweise gestört, die erforderlichen Handlungsschritte sind nicht parat. Beim Absetzen des Notrufs zur Feuerwehr wird Ihnen anhand eines Abfrageprotokolls geholfen, die für die Retter erforderlichen Informationen zu übermitteln.

Ohr© AndreyPopov /​ iStock /​ Thinkstock

Was ist aber bei Menschen mit Handicap – insbesondere bei Gehörlosen, Schwerhörigen und Ertaubten? Das erste Problem stellt sich schon bei der Brandfrüherkennung.

Brandfrüherkennung bei Menschen mit Handicap

Gemäß den Landesbauordnungen ist die Installation von Rauchwarnmeldern zur frühzeitigen Erkennung eines Brands vorgeschrieben. Der Rauchwarnmelder setzt im Brandfall ein lautes akustisches Signal ab. Diesen Signalton kann der Betroffene jedoch nicht wahrnehmen.

Für diesen Personenkreis besteht die Möglichkeit, die Rauchwarnmelder mit einem optischen, deutlich sichtbaren Signal auszustatten. Die zusätzlichen Kosten dafür trägt laut Bundessozialgericht (Az. B 3 KR 8/13 R) im Regel die Krankenkasse.

In der Begründung wird insbesondere darauf verwiesen, dass die Rauchwarnmelder mit optischer Alarmierung dem grundlegenden Sicherheitsbedürfnis entsprechen und dem Gehörlosen ein selbstständiges Wohnen ermöglichen.

Wie können Menschen mit Handicap den Notruf absetzen?

Für gehörlose, schwerhörige und sprachbehinderte Menschen gibt es die Möglichkeit, ein Notruf-Fax oder einen SMS-Ruf abzusetzen. Über die konkreten Möglichkeiten sollte man sich vor Ort bei der zuständigen Notrufzentrale oder dem zuständigen Gehörlosenverband erkundigen. Das Notruf-Fax hat sich mittlerweile in vielen Regionen Deutschlands etabliert.

Für das Notruf-Fax steht auf der Internetseite der Notrufzentrale ein Notruf-Fax-Vordruck zur Verfügung. Auf dem Vordruck sind neben den persönlichen Daten die wichtigsten Informationen für die Retter durch Ankreuzen zu markieren. Das Notruf-Fax kann dann direkt über die Notrufnummer gesendet werden.

Damit es im Notfall schnell geht, empfiehlt es sich, den mit Namen und Anschrift vorbereiteten Vordruck in der Nähe des Faxgeräts aufzubewahren. Sollte es zu einem Notfall kommen, sind nur noch die betreffenden Felder anzukreuzen und das Fax abzusenden. Eine kurze Beschreibung des Notfalls im Freifeld hilft der Feuerwehr, gezielte Maßnahmen einleiten zu können.

Notruf per SMS

Notrufe können in vielen Bereichen auch per SMS versendet werden. Für diesen Service gibt es separate Zielrufnummern. Diese sind vor Ort zu erfragen. Bei der Absendung eines Notrufs per SMS ist darauf zu achten, dass der Mitteilungstext begrenzt ist (im Regelfall 160 Zeichen).

Deshalb sind folgende Angaben kurz und prägnant erforderlich:

  • Was ist passiert? Ereignis, Verletzte, besondere Gefahren
  • Wo ist es passiert? Notfallort
  • Wer meldet?  Name, Standort

Es ist zu beachten, dass es bei der Übermittlung der SMS zu technisch bedingten Verzögerungen kommen kann.

 

Bild: © AndreyPopov/iStock/Thinkstock

Autor: Reimund Roß 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen