04.05.2015

Leitfaden für die brandschutzgerechte Planung, Installation und den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen

Fast vier Jahre hat ein Forscherteam aus Deutschland und der Schweiz die Brandrisiken bei Photovoltaik -Anlagen zur Erzeugung von Sonnenenergie untersucht. Jetzt liegen die Ergebnisse in Form eines über 300 Seiten starken Leitfadens vor: Unter Federführung von TÜV Rheinland zusammen mit Fraunhofer ISE haben die Experten einen kostenlosen Leitfaden mit Empfehlungen für die brandschutzgerechte Planung, Installation und den Betrieb von Photovoltaik -Anlagen veröffentlicht.

Der Leitfaden gibt Auskunft zur Bewertung möglicher Brandrisiken, die durch eine Photovoltaik-Anlage selbst oder fremdbedingt sein können.

Florian Reil, Geschäftsfeldleiter Solarenergie bei TÜV Rheinland und Projektleiter, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Brandrisiken bei Solaranlagen sind gering, aber sie lassen sich leicht noch weiter reduzieren. Dazu können eine verbesserte Qualifizierung der Installateure, eine technische Abnahme und regelmäßige Überprüfung der Anlagen sowie schließlich neue technische Entwicklungen wie Detektoren für gefährliche Lichtbogen beitragen.“ Denn die häufigsten Brandursachen sind Installationsfehler gefolgt von Produkt- und Planungsmängeln.

Hermann Laukamp, ist bei Fraunhofer ISE für die Analyse der Schadensfälle zuständig: „Ein wichtiges Ziel des Projektes war es auch, die teils emotionale Berichterstattung zum Thema Brandsicherheit bei Photovoltaik-Anlagen zu versachlichen. Dies ist gelungen, und durch die intensive Aufklärungsarbeit konnten auch bei den Feuerwehren viele Vorurteile ausgeräumt werden.“

Anstieg von Bränden durch Photovoltaik-Anlagen ist zu erwarten

Die Forscher konnten in den zurückliegenden Jahren mit Gewissheit in rund 210 Fällen feststellen, dass Brände durch Photovoltaik-Anlagen verursacht wurden. Davon blieb der Schaden in 130 Fällen auf die Solaranlage begrenzt. Zum Vergleich: In Deutschland sind über 1,5 Millionen Solaranlagen im Betrieb. Nach Ansicht der Experten sei allerdings bereits absehbar, dass in den kommenden Jahren ein Anstieg von Bränden durch Photovoltaik-Anlagen zu erwarten ist. Denn mit zunehmender Alterung der Materialien werden auch Isolationsfehler, Kontaktprobleme und Übergangswiderstände zunehmen. Vor diesem Hintergrund ist der jetzt veröffentlichte technische Leitfaden besonders wichtig, da er Hilfen zur Reduzierung dieser Risiken bietet.

Der Leitfaden gibt Auskunft zur Bewertung möglicher Brandrisiken, die durch eine Photovoltaik-Anlage selbst oder fremdbedingt sein können. Ferner werden Möglichkeiten zur Reduzierung des Risikos zur Entstehung von Bränden dargestellt und die Sicherheit von Rettungskräften und Feuerwehren im Einsatz beleuchtet. Ziel ist es, auf allen Ebenen – von der Planung über die Auswahl der Produkte, die Installation und den Netzanschluss mit Abnahme bis zum dauerhaften Betrieb – und selbst im Schadenfall ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu schaffen, um Photovoltaik als verlässliches Element einer zukunftsfähigen Energieversorgung zu etablieren. Deutschland ist hierbei insbesondere wegen der breiten und langjährigen Erfahrung beim Einsatz von Solarenergie zur Stromerzeugung ein wichtiger internationaler Leitmarkt.

TÜV Rheinland und Fraunhofer ISE haben zusammen mit weiteren Partnern das Forschungsprojekt zum vorbeugenden Brandschutz bei Photovoltaik-Anlagen seit 2011 durchgeführt. Partner des Projektes waren unter anderem die Branddirektion München, Energiebau Solarsysteme, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), Currenta sowie die Berner Fachhochschule.

 

Der Bericht kann hier abgerufen werden.

 

 

Autor: (TÜV Rheinland)