Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
01.06.2015

Brandschutzmaßnahmen bei der Leergutrücknahme

Betreiber von Leergutrücknahmeautomaten tun gut daran, das Thema Brandschutz ernst zu nehmen. Die Risiken lassen sich aber mit Hilfe von Gefährdungsbeurteilungen recht einfach minimieren.

Brandrisiken sollten bei Leergutrücknahmesystemen rechtzeitig erfasst werden.© daizuoxin /​ iStock /​ Thinkstock

Die Einrichtung und Nutzung von Leergutrücknahmesystemen ist mit einer Reihe von Gefährdungen verbunden. Durch Flaschenrückstände, eine unzureichende Anlagenreinigung, Verschütten von Flüssigkeitsresten oder Glasscherben treten beispielsweise Hygiene- und Sicherheitsmängel auf. Doch diese lassen sich mit Putzeimer und Besen kurzfristig abstellen.

Problematisch aber ist, wenn der Brandschutz außer Acht gelassen wurde und es im Brandfall, ausgelöst etwa durch einen Defekt in der Anlage selbst oder in angrenzenden Bereichen, zu Erschwernissen bei den Löscharbeiten kommt. Sind gar Personenschäden die Folge solcher Versäumnisse, wird es für die Verantwortlichen häufig eng.

Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz

Daher sollten Brandrisiken auch bei Leergutrücknahmesystemen rechtzeitig erfasst und mit Hilfe einer Gefährdungsbeurteilung geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Als Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5,6 Arbeitsschutzgesetz – in Verbindung mit BetrSichV, ArbStättV, LastenhandhabV, BiostoffV, BGV A3, ASR A 1.3, TRBA 500, BGHW/M94, M103 – dienen folgende Punkte:

 

Sind Maßnahmen getroffen, die ein Betreten der Förderanlagen nicht erforderlich machen?

  • Tür als Zugang zu nicht erreichbaren Stellen vorhanden
  • Geeignete Übergänge vorhanden
  • Bei Durchgängen hochklappbare Rollenbahnteile vorhanden
  • Wartungsgänge zu allen Seiten, die für den Betrieb und die Instandhaltung der maschinellen Anlagen zugänglich sein müssen, vorhanden und freigehalten (Mindestbreite 50 cm)
  • Kennzeichnung des Betretungsverbotes von Förderanlagen

Sind Maßnahmen getroffen, die die Zugänglichkeit zu allen Stellen der Leergutautomaten und der Fördertechnik, die für den Betrieb und die Instandhaltung zugänglich sein müssen, ermöglichen?

  • Wartungsgänge vorhanden und freigehalten (Mindestbreite 50 cm)
  • geeignete Übergänge vorhanden
  • bei Durchgängen hochklappbare Rollenbahnteile vorhanden
  • Tür als Zugang zu nicht erreichbaren Stellen vorhanden

Sind Maßnahmen getroffen, die verhindern, dass Gegenstände auf Verkehrswege oder Arbeitsplätze fallen?  

  • Leitvorrichtungen für Getränkekisten vorhanden und funktionstüchtig
  • Rollen in den Rollenbahnen vollständig vorhanden
  • Durchfallsicherungen im Bereich von Verkehrswegen und Arbeitsplätzen vorhanden
  • seitliche Sicherungen vorhanden, die das Herabfallen von Flaschen und Scherben verhindern

Ist die Entnahmeklappe am Kompaktor des Leergutrücknahmeautomaten gegen Herabfallen gesichert?

  • Schwenkbereich der Klappe deutlich über 180 Grad
  • Gasdruckfedern vorhanden und funktionstüchtig (nicht beschädigt)
  • Gewicht der Klappe reduziert, so dass keine Verletzungen an Kopf und Gliedmaßen zu befürchten sind

Sind Maßnahmen getroffen, welche die Brandausbreitung über Brandabschnitte hinaus verhindern?

  • Vorhandensein von Brandschutztüren an Brandwanddurchbrüchen für Leergutrücknahmeautomaten, die im Brandfall ein automatisches Schließen gewährleisten (Absprache mit der zuständigen Brandschutzbehörde)
  • Regelmäßigen Funktionsprüfungen der automatisch auslösenden Festhaltevorrichtungen
  • regelmäßige Prüfungen der Brandschutztüren und –klappen durch einen Sachkundigen (mind. 1 x jährlich)
  • Freihalten des Schließbereiches von Brandschutztüren und –klappen

Wird dieser Fragenkatalog zur Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz erfüllend beantwortet und die Einhaltung der Maßnahmen regelmäßig überprüft, ist bereits ein wichtiger Schritt beim Brandschutz in der Leergutrücknahme getan.

Autor: Stefan Johannsen 

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