29.01.2018

Evakuierungshelfer müssen regelmäßig geschult werden

Evakuierungshelfer können im Brandfall Leben retten. Daher sollte deren Anzahl, Ausrüstung und vor allem die Aus- und Weiterbildung in einem angemessenen Verhältnis zu den möglichen Gefahren und der Zahl der Mitarbeiter im Unternehmen stehen. Damit sie auf ihre möglichen Aufgaben optimal vorbereitet sind, führt an regelmäßigen und fundierten Schulungen kein Weg vorbei.

Brandschutzzeichen

Evakuierungshelfer wissen um ihre große Verantwortung und nehmen diese in der Regel auch mit viel Engagement wahr. Schließlich wollen sie die möglichen Einsätze auch souverän meistern. Das können sie aber nur, wenn sie für den Ernstfall das nötige Rüstzeug mitbekommen.

Üblicherweise stehen dabei Themen wie die Koordination der Gebäuderäumung oder die Vollständigkeitskontrolle an den Sammelplätzen im Fokus. Sie sollen Büros kontrollieren und offene Fenster  schließen, aber auch schwächeren, behinderten oder verletzten Personen helfen. Das alles kann bei regelmäßigen Räumungsübungen, gemeinsamen Begehungen und Wissenauffrischungen einstudiert werden.

Evakuierungshelfer sollten auch auf Angst und Panik vorbereitet sein

Doch darüber hinaus sollte ein Evakuierungshelfer aber auch die Erste-Hilfe-Grundsätze für psychische Probleme kennenlernen und darin unterwiesen werden. Denn nur ein Helfer, der auch in Krisensituationen den Überblick behält, kann anderen nutzbringend zur Seite stehen.

Eine psychologische Schulung für Evakuierungshelfer könnte bespielsweise folgende Grundsätze vermitteln:

  • Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich von der Panik möglichst nicht anstecken.
  • Idealerweise nehmen Sie gleich in der Anfangsphase durch ruhige und klare Anweisungen Einfluss. Ihre Sicherheit kann bewirken, dass andere Menschen nicht so leicht in Panik verfallen.
  • Vermitteln Sie den ängstlichen Personen um Sie herum das Gefühl, dass ”alles wieder gut wird“. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit und sagen Sie beispielsweise: ”Ich bin sicher, dass die Feuerwehr schon unterwegs ist“.
  • Versuchen Sie, weniger ängstliche Kolleg(inn)en, in die Verantwortung zu nehmen. Personen, die sich für andere verantwortlich fühlen, geraten seltener in Panik. So könnten Sie sagen: ”Wenn Sie und ich ruhig bleiben, können wir die anderen beruhigen. Wollen Sie mir helfen?“
  • Auch einfachen Aufgaben (z.B.: ”Schließen Sie die Tür!“)  oder schockartige Interventionen (z.B. ein schriller Pfeifton) können einen Menschen in Panik erreichen.
  • Öffnen Sie die Tür ins Freie oder den sicheren Bereich, schalten Sie dort ggf. das Licht ein. Menschen laufen eher in eine unbekannte Richtung, wenn sie sehen, wohin der Weg führt.
  • Versuchen Sie als Evakuierungshelfer immer eine (kleine) Taschenlampe griffbereit zu haben. Wenn Sie diese im Dunkeln nutzen können, erleichtert allein die Lichtquelle Ihre Aufgabe mit panischen Menschen ungemein.
  • Manchmal hilft es, jemanden einfach in den Arm zu nehmen und zu trösten oder an der Hand zu führen.
  • Nehmen Sie die Angst der anderen ernst, aber machen Sie ihnen gleichzeitig Hoffnung.
  • Sprechen Sie langsam und klar, und vermitteln Sie allein durch Ihr Auftreten Sicherheit.

Fazit: Inhalt der Ausbildung für Evakuierungshelfer darf nicht allein die Kernaufgabe „Gebäuderäumung“ sein. Vielmehr müssen sie auch das Verhalten von Menschen in Notfällen, insbesondere bei Angst und Panik, richtig einschätzen und entsprechend reagieren.

Die einzig dafür geeigneten Maßnahmen sind regelmäßige Schulungen mit professionellem Ausbildungsmaterial und praktische (Räumungs-)Übungen. Damit gewinnt der Evakuierungshelfer die notwendige Sicherheit und Routine für den Fall der Fälle.

Autor: Katherina Trümner