04.08.2016

Eurocode

Notausgang

Unter dem Begriff Eurocode versteht man Europäische Normen (EN), die in Europa einheitliche Bemessungsverfahren zum Nachweis der Grenzzustände der Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit baulicher Anlagen schaffen sollen.

Im Jahr 1975 beschloss die Europäische Kommission ein Aktionsprogramm zur Beseitigung von Handelshemmnissen im Baubereich. In diesem Zusammenhang ergriff sie auch die Initiative zur Harmonisierung der technischen Regeln im Bereich der Lastannahmen und der Bemessung baulicher Anlagen. So entstand in den 1980er-Jahren die erste Generation der Eurocodes für den konstruktiven Ingenieurbau. Es wurde festgelegt, dass die Eurocodes als die Grundlage europäisch einheitlicher Bezugsdokumente gelten sollten. Anwendung finden die Eurocodes z.B. als Vertragsgrundlagen für Ingenieur- und Bauleistungen, aber auch als gemeinsame Grundlage für die harmonisierten Produktnormen und europäischen technischen Zulassungen für Produkte, außerdem für den Nachweis der wesentlichen Anforderungen an die mechanische Festigkeit und Standsicherheit sowie die Bemessung im Brandfall nach der Bauprodukten-Richtlinie.

Systematik der Eurocodes

Die Eurocodes umfassen in 58 Normteilen technische Regeln in folgenden Bereichen:

  • Grundlagen der Tragwerksplanung
  • Einwirkung auf Bauwerke
  • Planung von Betonbauwerken
  • Planung von Verbundkonstruktionen aus Stahl und Beton
  • Planung von Holzbauten
  • Planung von Mauerwerksbauten
  • Geotechnik
  • Planung von Bauten in Erdbebengebieten
  • Planung von Aluminiumbauten

Jeder Eurocodeteil benötigt einen Nationalen Anhang. So soll die Festsetzung der Niveaus für die Sicherheit von Gebäuden und anderen baulichen Anlagen, einschließlich der Aspekte der Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit, in der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten bleiben.

Folglich bieten die Eurocodes Wahlmöglichkeiten an, damit die Mitgliedsstaaten, die ihrem jeweiligen Niveau entsprechenden Alternativen als „National festzulegende Parameter” NDP (Nationally Determined Parameters) auswählen und im Nationalen Anhang (NA, vormals Nationale Anwendungsdokumente – NAD) zu den jeweiligen Eurocodes festlegen können.

So soll auch den unterschiedlichen geografischen und klimatischen Bedingungen sowie den national, regional oder lokal vorhandenen Schutzniveaus Rechnung getragen werden.

Die meisten der 58 Nationalen Anhänge wurden inzwischen veröffentlicht, sodass nun in Deutschland anwendbare Eurocodepakete vorliegen.

 

Autor: WEKA Fachredaktion

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