Fachbeitrag | Informieren und Recht
15.02.2016

Drei Empfehlungen zum Schutz von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)

Immer wieder kommt es an Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen aus Polystyrol zu Bränden. Die Bauministerkonferenz hat deswegen Empfehlungen zur Sicherstellung der Schutzwirkung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) herausgegeben.

Die Bauministerkonferenz hat bereits 2012 eine unabhängige Expertengruppe beauftragt, um Möglichkeiten zu Verbesserung der Widerstandsfähigkeit dieser Fassadensysteme – auch unter Brandeinwirkung von außen – zu prüfen.© Wavebreakmedia Ltd /​ Wavebreak Media /​ Thinkstock

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit Polystyrol-Dämmstoffen, die entsprechend der Zulassung hergestellt wurden, sind als hinreichend sicher gegenüber Raumbränden anzusehen. Das stellt auch die Bauministerkonferenz in ihrer Empfehlung zur Schutzwirkung von Wärmedämmverbundsystemen noch einmal fest. Eine Anpassung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung ist dennoch angekündigt.

Expertengruppe: Brandgefährdungen drohen besonders von außen

Die Bauministerkonferenz hat bereits 2012 eine unabhängige Expertengruppe beauftragt, um Möglichkeiten zu Verbesserung der Widerstandsfähigkeit dieser Fassadensysteme – auch unter Brandeinwirkung von außen – zu prüfen. Daran beteiligt waren u.a. Vertreter der Feuerwehren. Die Auswertung der Brandereignisse und der durchgeführte Brandversuche hat ergeben, dass eine Vielzahl der Brände unmittelbar vor der Fassade entstanden ist und dann auf diese übergegriffen hat. Ein typische Beispiel dafür sind Abfallbehälter. Die Expertengruppe hat Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet, mit denen Wärmedämmverbundsysteme aus Polystyrol gegen das Brandrisiko von außen besser geschützt werden können.

Drei Empfehlungen zum Schutz von WDVS

Für Bestandsbauten wurden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Instandhaltung der Fassade
    Die ordnungsgemäße Instandhaltung des Wärmedämmverbundsystems ist Voraussetzung für die Schutzwirkung einer Fassade im Fall einer Brandeinwirkung von innen oder außen. Hierzu gehört insbesondere die regelmäßige Kontrolle der gesamten Fassade auf Beschädigungen. Putzschäden bedürfen immer einer zeitnahen und fachgerechten Beseitigung um die Schutzwirkung des Systems gegen Feuchtigkeit oder Brandeinwirkung zu gewährleisten.

 

  •  Vermeidung von Brandlasten an der Außenfassade
    Bei der Lagerung von brennbaren Materialien (z.B. Brennholz) wird ein Mindestabstand von drei Metern zur Fassade empfohlen. Bei der Aufstellung von Müllcontainern oder Mülltonnen aus Kunststoff direkt am Gebäude sollte eine geschlossene Einhausung aus nicht brennbarem Material (z.B. aus Stahl oder Beton) vorgesehen werden.

 

  • Nachträgliches Aufbringen von WDVS auf bestehende Gebäude
    Wärmedämmverbundsysteme entfalten ihre Schutzfunktion erst, wenn der Einbau entsprechend den technischen Regelungen fertiggestellt ist. Für die Bauphase und Baustellensituation ergibt sich in Bezug auf den Brandschutz eine besondere Verantwortung, die von den am Bau Beteiligten wahrzunehmen ist. Dies sind neben dem Bauherrn insbesondere der Unternehmer und ggf. der Bauleiter. Besonderes Augenmerk muss dem vorbeugenden Brandschutz und der Sicherheit der Rettungswege (Treppen und Anleiterstellen) gelten, wenn an genutzten Gebäuden nachträglich Wärmedämmverbundsysteme aufgebracht werden. Für Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 sowie für Sonderbauten sollte daher, eigens für die Bauausführung der Wärmedämmverbundsysteme, ein in Brandschutzfragen erfahrener Fachbauleiter bestellt werden.

 

Weitere Informationen zum Thema WDVS

Autor: Reimund Roß 

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