11.02.2019

Ausbildung zum Brandschutzhelfer auch im Betrieb möglich

Die Ausbildung zum Brandschutzhelfer ist für manche Arbeitgeber nicht so einfach. Je nach erforderlicher Anzahl fallen für Betriebe mehr oder weniger hohe Kosten und Ausfallzeiten durch die Teilnahme der Mitarbeiter an externen Ausbildungsmaßnahmen an. Der Gesetzgeber ermöglicht aber alternativ auch die firmeninterne Ausbildung zum Brandschutzhelfer.

Ausbildung zum Brandschutzhelfer

Brandschutzhelfer tragen mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten zur Sicherheit am Arbeitsplatz bei. Sie unterstützen den Brandschutzbeauftragten insbesondere beim vorbeugenden Brandschutz oder übernehmen im Brandfall Aufgaben der Brandbekämpfung und helfen beispielsweise bei der Evakuierung und Einweisung der Feuerwehr. Laut § 10 ArbSchG und Abschnitt 6.2 der ASR A2.2 hat jeder Arbeitgeber die Pflicht, Brandschutzhelfer in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen. In der Regel sind es fünf Prozent der Beschäftigten, entsprechend mehr bei erhöhter Brandgefahr.

Brandschutzhelfer machen einen wichtigen Job

In der Regel erfolgt die Ausbildung zum Brandschutzhelfer bei einer Feuerwehr oder einem privaten Ausbildungsinstitut. Das ist natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden und je nach der erforderlichen Anzahl können auch die Abwesenheitszeiten für die Dauer der Ausbildung für manche Betriebe zu einem Problem werden. Allerdings sollte dabei nicht übersehen werden, dass Brandschutzhelfer eine wichtige Funktion erfüllen. Schließlich geht es im Notfall oft um Sekunden und falsche Entscheidungen können Menschenleben gefährden.

Die Ausbildung zum Brandschutzhelfer kann auch im Betrieb erfolgen

Zudem stellt es der Gesetzgeber frei, ob Brandschutzhelfer extern oder im Unternehmen ausgebildet werden. So sind zertifizierte Brandschutzbeauftragte qualifiziert, Ihre Brandschutzhelfer nach §10 des Arbeitsschutzgesetzes selbst aus- und fortzubilden. Darauf wird explizit auch in der DGUV Information 205-023 hingewiesen. Mit professionellen Unterweisungsmaterial ist eine Ausbildung also ohne Weiteres intern möglich.

ASR A2.2 und DGUV Information 205-023 enthalten konkrete Vorgaben

Die ASR A2.2 fordert eine regelmäßige Schulung der Brandschutzhelfer mit folgenden Inhalten:

  • Funktion und Wirkungsweise der Feuerlöscheinrichtungen
  • Umgang mit Löschgeräten zur Bekämpfung von Entstehungsbränden mit praktischer Übung
  • Grundzüge des vorbeugenden Brandschutzes
  • betriebliche Brandschutzorganisation
  • Gefahren durch Brände
  • Verhalten im Brandfall

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gibt mit der Informationsschrift „Brandschutzhelfer“ (DGUV Information 205-023) präzisere Hinweise zur Ausbildung. Die Kernelemente sind:

  • Zur Auffrischung der Kenntnisse wird empfohlen, die Ausbildung in Abständen von 3 bis 5
    Jahren zu wiederholen.
  • Bei wesentlichen betrieblichen Änderungen wie Änderung der Brandschutzordnung oder Einführung von neuen Verfahren mit veränderter Brandgefährdung ist in kürzeren Abständen eine Wiederholung der Ausbildung erforderlich.
  • Aktive Feuerwehrleute mit abgeschlossener Grundausbildung können als Brandschutzhelfer ohne weitere Ausbildung bestellt werden, wenn sie mit den betrieblichen Gegebenheiten vertraut sind.

Inhalte der theoretischen und praktischen Ausbildung

Die Rahmeninhalte der theoretischen Ausbildung, die in der Informationsschrift in Feininhalte unterteilt werden, sind nach dieser Vorgabe:

  • Grundzüge des Brandschutzes mit den Themen Brennen und Löschen, Brandursachen und betriebliche Brandgefahren
  • betriebliche Brandschutzorganisation
  • Funktion und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen
  • Gefahren durch Brände
  • Verhalten im Brandfall

Ebenfalls geschult werden müssen besondere betriebliche Gegebenheiten wie z.B.

  • Tätigkeiten mit feuergefährlichen und brennbaren Stoffen,
  • spezielle Produktionsabläufe,
  • betriebsspezifische Brandschutzeinrichtungen (z.B. Löschanlage, Wandhydrant) und
  • das Löschen von brennbaren Gasen, Stäuben, Metallen oder Fetten.

Die praktische Ausbildung umfasst hiernach:

  • Handhabung der Feuerlöscheinrichtungen
  • Erfahren von Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit
  • Durchführen realitätsnaher Übungen
  • Einweisung in betriebliche Besonderheiten und Zuständigkeiten

Für die theoretische Schulung empfiehlt die DGUV, mindestens zwei Unterrichtseinheiten von je 45 Minuten einzuplanen. Je nach Betrieb kann diese Unterweisung auch längere Zeit beanspruchen.

Für die praktische Ausbildung sieht die DGUV fünf bis zehn Minuten je Teilnehmer als ausreichend an, wobei nach Einschätzung des Verfassers eher in Richtung zehn Minuten geplant werden sollte. So bleibt ausreichend Zeit für Fragen und gezieltes Training.

Anforderungen an den Ausbilder

Als Ausbilder fordert die DGUV „fachkundige Ausbilder“ und definiert sie als Personen, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Personen mit abgeschlossenem (Fach-)Hochschulstudium Brandschutz
  • geprüfte Brandschutzbeauftragte
  • Fachkräfte Arbeitssicherheit mit Zusatzausbildung Brandschutz
  • Feuerwehrangehörige, die mindestens als „Gruppenführer“ qualifiziert sind

Tipp: Gehen Sie neue Wege in der Brandschutzhelfer-Ausbildung! Brandschutzhelfer selbst ausbilden enthält alle notwendigen Informationen und Unterlagen, um Brandschutzhelfer mit geringem Kosten- und Zeitaufwand im Betrieb selbst auszubilden und so die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Tablet

Ergänzen Sie die theoretische Ausbildung Ihrer Brandschutzhelfer außerdem mit der interaktiven QR-Code-Rallye. Die Teilnehmer laufen dabei bestimmte Stationen in Ihrem Betrieb ab und rufen dort über QR-Codes Brandschutz-Aufgaben ab, die sie mit ihren Smartphones oder Tablets spielerisch lösen müssen. Die QR-Code-Rallye eignet sich hervorragend zur Auflockerung der theoretischen Unterrichtseinheiten, als spielerische Verständniskontrolle oder zur Verknüpfung von theoretischen Inhalten und praktischen Aufgaben im Betrieb.

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Autoren: WEKA Redaktion , Markus E. Ungerer